Beiträge

Die wichtigsten SEO News für Dezember 2017

Neuer Wein in alten Schläuchen und ein ewiges Beziehungsdrama haben uns im abgelaufenen Monat beschäftigt. Und darüber hinaus erstarkt im fernen Osten ein neuer Player auf der Suchmaschinenbühne. Wer das ist und noch viel mehr, erfahren Sie in den SEO-News für den Dezember.

1) YouTube-Daten jetzt in Google Trends verfügbar

Von SEO-Experten gerne als Kinderspielzeug belächelt, ist Google Trends seit vielen Jahren ein äußerst populäres Tool zur einfachen Analyse des Suchmarktes. Darüber hinaus nutzt der Konzern aus Mountain View sein Trendfeature gerne als PR-Vehikel für klickträchtige Schlagzeilen („Die wichtigsten Suchbegriffe 2017“). Seit Ende November lohnt sich aber auch für erfahrende SEOs mal wieder ein Blick auf das Webtool, mit welchem man sich schnell und unkompliziert einen vergleichenden Überblick zur Suchnachfrage und dessen zeitlichen Verlauf für bis zu 125 Keywords gleichzeitig verschaffen kann. Bezogen sich die Daten bislang allein auf die Google Websuche, so kann man die Ergebnisse nun nach den Google-Kategorien News, Shopping und Bilder filtern. Noch besser: Auch die Suchvolumina aus Googles Videoportal YouTube können gesondert ausgegeben werden. Gerade in Zeiten, in denen Bewegtbildinhalte immer wichtiger werden, stellt Google damit eine verlässliche Quelle zur vorbereitenden Marktanalyse und zum Monitoring zur Verfügung.

2) Die Gretchenfrage: Ist Social Media wichtig für SEO?

Man könnte meinen, diese Frage ist so alt wie die Menschheit. Was natürlich nicht stimmt, denn die Menschheit ist weitaus älter als Facebook, StudiVZ und Myspace zusammen. Trotzdem treibt die Search-Szene seit dem Aufstieg (und Fall) von Social Media-Portalen und Apps die eine Frage um: Brauche ich das eigentlich, um meinen SEO-Job richtig zu machen? Um es klar zu sagen: Ein direkter Rankingfaktor wie beispielweise Backlinks sind Social Media-Inhalte nicht. Das verhindert schon die eingeschränkte Sichtbarkeit vieler Posts und Likes für Suchmaschinen hinter den Login-Schranken der Social Media-Applikationen. Doch betrachtet man die Dinge mit einigem Abstand, wird klar, dass Social und Search auf die gleichen Ziele einzahlen: Beide wollen die Aufmerksamkeit der Nutzer erreichen, ihr Bedürfnis nach Information oder Unterhaltung befriedigen und auf den verschlungenen Pfaden der User Journeys ein Produkt oder Service als Marke im kollektiven Bewusstsein der Internetnutzer verankern. Dabei können sich die Wege an den verschiedensten Punkten kreuzen, beispielsweise in den Ergebnistreffern von Social Media Inhalten auf Suchmaschinen. Auch wenn ein messbarer Zusammenhang kaum nachweisbar ist, so liegt die Erkenntnis nahe, dass es sich bei Social und Search um Brüder im Geiste handelt, die sich gegenseitig verstärken können.

3) Die Top-Rankingfaktoren 2018 nach SEMrush

Es ist nun die Zeit, in der die SEOs in sich gehen, auf die Leistungen des dahinschwindenden Jahres blicken und sich fragen, womit sie es 2018 wohl zu tun bekommen. Auch wir haben mit dem Ausblick aufs kommende Jahr bereits in den letzten SEO News begonnen. Eine neue Studie des populären Analysetools SEMrush hat nun mehr als 600.000 Keywords mit Hilfe eines selbstlernenden Algorithmus untersucht und die 17 wichtigsten Rankingfaktoren zusammengestellt. Wenig überraschend liegen unmittelbare Nutzersignale an der Spitze der Rangliste, wie beispielsweise die Höhe des direkten Traffics zu einer Seite, die auf der Seite verbrachte Zeit oder die Absprungrate. Interessanterweise wurden die oft totgesagten Offpage-Faktoren von SEMrush als relativ wichtig bewertet. So liegen die klassischen Faktoren wie verweisende Domains, Backlinks oder IP-Kreise noch vor Inhaltsfaktoren wie Textlänge, Metadaten oder Rich Media-Integrationen. Damit stehen die Erkenntnisse der Studie zumindest teilweise in Widerspruch zur öffentlich verlautbarten Position der großen Suchmaschinen wie Google oder Bing. Einen Blick auf die Studie sollte jeder Suchmaschinenpraktiker auf jeden Fall wagen, sofern es die Adventszeit zulässt.

4) Tencent bringt chinesische Suchmaschinentochter an die Börse

Ob in China die Zukunft gebaut wird, lässt sich mit Sicherheit erst in wenigen Jahren beantworten. Fakt ist jedoch, dass das Reich der Mitte mit rasender Geschwindigkeit auf dem Weg zum neuen Zentrum für Technologieentwicklung ist. Der chinesische Technologieriese Tencent ist das Unternehmen hinter den erfolgreichen Chatapps „WeChat“ und „QQ“. Seine Suchmaschine „Sogou“ (auf Deutsch: Suchender Hund) ist zwar schon seit 2004 aktiv, konnte hinter den Branchenriesen Baidu aber keinen bedeutenden Sprung aus dem Feld der abgeschlagenen Wettbewerber machen. Das soll sich nun mit Hilfe von frischem Geld durch einen Börsengang und massive Investitionen in künstliche Intelligenz ändern. Nach dem Willen der Muttergesellschaft werden Sogou-Nutzer im Rahmen der rechtlichen Grenzen im Reich der Mitte auch die Möglichkeit haben, englischsprachige Webseiten zu durchsuchen. Darüber hinaus will Tencent seinen immensen Datenpool aus „WeChat“ nutzen, um die Erkennung von natürlicher Sprache und Nutzerintentionen auf ein neues Niveau zu heben. Ob hier ein neues Google Asiens entsteht, bleibt abzuwarten.

 

Dieser Beitrag erschien zuerst bei Internet World Business.

Instagram Stories. Ende gut, alles gut?

Niemand möchte das Schicksal von Kodak erleiden. Das Unternehmen galt in seiner Branche als unangefochtener Marktführer, verpasste es dann aber, auf der Höhe neuer Entwicklungen zu bleiben. Kodak gilt als Paradebeispiel dafür, wie man als Unternehmen nicht agieren sollte. Und während sich auch heute noch viele Firmen beharrlich weigern, Konzepte zu entwickeln, um nicht eines Tages ebenfalls auf dem Abstellgleis zu landen, haben sich viele das Scheitern von Kodak zu Herzen genommen.

So etwa auch Instagram: Als Vine bei den Social Media immer mehr Marktanteile gewann, hielt Instagram mit einer eigenen Video-Funktion dagegen. Und da nun Snapchat mit täglich schätzungsweise 100 Mio. Nutzern, von denen 65 % aktiv Inhalte posten, den Höhepunkt seiner Beliebtheit erreicht, bietet Instagram mit Instagram Stories ein Feature an, das sich an der Hauptfunktion des Konkurrenten orientiert.

Auf den ersten Blick ist das natürlich fraglos eine sinnvolle Antwort. Der Umsatz einer kostenlosen Social-Media-App ist von den Möglichkeiten abhängig, den Nutzern möglichst viele Werbeanzeigen zu präsentieren. Dies erfordert natürlich eine regelmäßige Nutzung der App. Es gilt alle Hindernisse für eine Interaktion mit dem Programm zu beseitigen. Laut Kevin Systrom, Mitbegründer und CEO von Instagram, wurde dem Instagram-Feed mit einer gewissen respektvollen Zurückhaltung begegnet, was einer regelmäßigen aktiven Nutzung entgegenstand. Dies führte zum so genannten Finstagram-Trend. Viele Nutzer – vor allem junge Frauen – legten Zweitaccount an, über die sie Inhalte regelmäßiger und weniger auf Präsentation bedacht mit einem engeren Kreis teilen.

Instagram Stories wurde also ins Leben gerufen, weil Systrom und sein Team einige ungeschriebene Regeln umgehen mussten, die die Nutzer von regelmäßigen Posts abhielten. Mit einer Funktion, die sich so stark an der Ungezwungenheit von Snapchat orientiert, können Nutzer laut Systrom

„… ihrer Kreativität in diesem neuen Format freien Lauf lassen. Wenn es bei Instagram darum geht, Höhepunkte ins perfekte Licht zu rücken, füllen wir mit diesem Angebot nun die vorhandene Lücke. Alle Augenblicke sollen eingefangen werden, nicht nur die besten.“

Doch genau das könnte problematisch werden. Einerseits wird so dem Problem der sinkenden Zahlen durchschnittlicher Posts pro Nutzer begegnet, andererseits könnte die Lösung dieses Problems auf Kosten von dem gehen, was die Attraktivität von Instagram vor allem ausmacht. Die Beliebtheit der App gründet darauf, dass man dort schöne, perfekt komponierte Bilder von kreativen professionellen wie auch Hobby-Nutzern findet. Dank zahlreicher Filter kann sich mithilfe dieser App jeder Smartphonebesitzer als Künstler, Fotograf oder Model fühlen – oder dazu werden. Die App inspiriert in besonderem Maße zu künstlerischen Ambitionen.

Stories könnte jedoch der Anfang vom Ende werden, auch wenn es sich nur um ein Feature der App handelt. Es könnte der Punkt sein, ab dem über Instagram nur noch beständig banale Inhalte verbreitet werden. Die Kernnutzer von Instagram könnten sich daher auf lange Sicht von der Plattform abwenden.

Aber das sind alles nur Vermutungen. Zu erwähnen ist hierbei, dass es natürlich nicht zum ersten Mal grundlegende Veränderungen an den Funktionen des Produkts gibt. Anfangs hieß die Anwendung Burbn und diente vor allem als Location-Check-In-App. Aber nach längerer Beobachtung des Nutzungsverhaltens bemerkte das Erfinder-Team etwas Interessantes: Es wurde weniger die Check-In-Funktion als vielmehr die Funktion zum Teilen von Fotos genutzt. Daraus entwickelte sich schließlich Instagram, wie wir es heute kennen. So gesehen bleibt man sich bei Instagram durch die jüngste Neuausrichtung treu.

Schließlich sind Nutzer auch wankelmütig, und so werden heute noch beliebte Social-Media-Apps möglicherweise schon wenig später mit Missachtung gestraft und sorgen nur noch für gleichgültiges Achselzucken. So fristet beispielsweise Bebo schon seit langem ein vergessenes Dasein in der Anonymität des Internet, ein Schicksal, das auch Myspace ereilte, weil das Potenzial der Musikfunktionen der Plattform trotz der Unterstützung von Superstar Justin Timberlake nicht genutzt werden konnte. Sogar die beiden Säulen moderner Social Media bleiben von dieser Entwicklung nicht verschont: Facebook laufen Berichten zufolge die jungen Nutzer davon und der Wachstumsstopp von Twitter löst Panik bei den Investoren aus. Und viele der neuen Akteure wie Ello und Medium haben mit ihren eigenen Problemen zu kämpfen.

Vor diesem Hintergrund stellt sich eine einfache Frage: Ist es besser, sich anzupassen, um möglichst viele Nutzer zu erreichen? Oder sollte man sich lieber darauf konzentrieren, das weiterzuentwickeln, was einen überhaupt erst erfolgreich gemacht hat?

Leider kenne ich auch die Antwort nicht. Wir werden wohl abwarten müssen, wie diese Geschichte ausgeht.

Dieser Artikel wurde auch als Gastbeitrag bei W&V veröffentlicht.

Die Zukunft der Kommunikation liegt in unseren Händen

Die Zukunft der Kommunikation liegt in unseren Händen – und damit meine ich nicht nur, dass durch die „Demokratisierung“ des Internets unzählige neue Kommunikationsmöglichkeiten geschaffen werden, sondern vor allem, dass es die handlichen mobilen Geräte in Ihrer Tasche sind, auf denen sich künftig Kommunikation primär abspielen wird. Denn Smartphones, Phablets und Tablets sind längst nicht mehr nur Spielzeuge der Early Adopter – sie sind in der breiten Masse der Gesellschaft angekommen. Sinkende Gerätepreise und günstige Tarife haben diese Entwicklung in den vergangenen Jahren begünstigt.

So werden inzwischen jährlich fast doppelt so viele mobile Geräte verkauft wie stationäre PCs oder Notebooks. Bis 2016 werden über 40 Millionen Deutsche das mobile Internet nutzen – allein in diesem Jahr gehen wir von einem Anstieg der Nutzer um mehr als 30 Prozent im Vergleich zu 2012 aus. Gut die Hälfte nutzt schon jetzt Social Media auf ihrem Mobilgerät, die parallele Verwendung von mobilen und stationären Geräten nimmt ebenfalls zu.

Die Zeiten, in denen Mobile nur dann Teil einer Kampagne wurde, wenn im Budget ein paar Groschen übrig waren, sind Geschichte: Mobiles Marketing ist in den Chefetagen angekommen, wo nicht in unterschiedlichen Budgettöpfen gedacht wird. Mobile ist der Kommunikationskanal, der immer „am Mann“ und „an der Frau“ ist; Smartphones begleiten uns vom Aufstehen bis zum Schlafengehen, im Beruf, in der Freizeit, im Urlaub – Mobile ist das Medium, das persönlicher nicht sein kann und das die Vernetzung von analoger und digitaler Kommunikation in höchstem Maße fördert. Wir werden es deshalb künftig bei der Konzeption von Kampagnen häufiger erleben, dass es – wie früher „Online first“ – eventuell „Mobile first“ heißen wird.

Zwar sind mobile Geräte von der breiten Masse genutzte Devices; aber gleichzeitig treiben sie vor allem eines voran: die individuelle und personalisierte Nutzung von Medien. Dementsprechend besteht eine der großen Herausforderung für Kommunikation darin, für den Einzelnen relevante und ansprechende Inhalte zu schaffen, die gezielt ausgeliefert werden. Denn das ist es, was Konsumenten im Dickicht der immer fragmentierteren Medien- und Informationslandschaft wollen: Die für sie persönlich wichtigen Inhalte zur richtigen Zeit am richtigen Ort zu bekommen.

Darüber hinaus müssen Marken in ihrer Kommunikation künftig vor allem eines: faszinieren. Und das gelingt nur mit ideenreichem und innovativem Content.

Die Qualität erfolgreichen digitalen Marketings und die Herausforderung, ihren angemessenen Wert zu definieren

Die Dekade digitaler Veränderungen ist in vollem Gange – nur der (Mehr-)Wert dieser Digitalisierung wird häufig noch nicht gesehen und lässt immer noch viele Fragen nach der Leistungsfähigkeit digitaler Kommunikation aufkommen.

Wir erleben derzeit kontinuierlich – teils alle paar Monate – elementare Veränderungen im Bereich der digitalen Medien und bei digitalen Kommunikationsmaßnahmen: Dachte vor einigen Jahren noch kaum jemand überhaupt an die überdimensionalen Entwicklungen von Facebook bzw. Social Marketing im Allgemeinen, war vor drei Jahren mobiles Marketing zumeist Spielerei und häufig „nice to have“ und hatte vor auch nicht mehr als drei Jahren Bewegtbildwerbung im Internet eher die Funktion einer exotischen Mediaplanbeimischung, so wissen wir heute eines: Alle diese damaligen Trends sind heute die Treiber moderner Kommunikation. Die Umsätze im Digitalbereich steigen weiter stetig; mittlerweile hat das Internet als Werbeträger Print und Radio bereits hinter sich gelassen und ist nach TV zum zweitwichtigsten Werbemedium geworden. Werbetreibende haben in hohem Maße ihre Budgets ins Digitale verschoben, ihre Marketingstrategien dadurch verändert und sind mehr und mehr dabei, die Form der Kundenkommunikation gänzlich neu zu überdenken. Kaum eine Altersgruppe in Deutschland ist nicht Online und der Personalmarkt für digitale Berufe ist so hart umkämpft wie nie: Die Digitalbranche und im besonderen Digitalagenturen, so scheint es auf den ersten Blick, stehen mitten in  goldenen Zeiten. Und nach Umfragen des Gesamtverband Kommunikationsagenturen GWA ist digitales Marketing in all seinen Facetten auch die nächsten Jahre das am stärksten wachsende Geschäftsfeld der deutschen Werbe- und Kommunikationsbranche. Und der Markt rechnet auch für 2013 mit zweistelligen Umsatzzuwächsen. Alles Bestens – oder? Weiterlesen

Sechs aktuelle Trends in Marketing und Kommunikation

Unsere Branche ist stetig im Wandel und die Entwicklungen in Marketing, Werbung und Medien gehen rasant voran. Die aus meiner Sicht derzeit wichtigsten aktuellsten Trends in Marketing und Kommunikation sind folgende:

1. Mobility verändert den Wettbewerb
Der Wettbewerb wird durch die zunehmende Mobilität transparenter und damit auch härter. Preise, Kosten und Produkte sind immer und überall überprüfbar. Die Zahlen sprechen für sich: 2011 wurden erstmals mehr Smartphones als PCs verkauft (Quelle: IDC, Ab 2012 Prognosedaten). Und auch die Nutzung des mobilen Internets stieg in den letzten zwölf Monaten um mehr als 50% (Quelle: AGOF mobile facts 2011 / Plan.Net Media Intelligence , 23.515 Fälle, entspricht 70.33 Mio. Deutschsprachige ab 14 Jahren). Und durch die neuen Datenverbindungen wie LTE oder den Quad-Core Processor kann mit High-Speed alles und immer schneller von unterwegs überprüft werden.

2. Social Media als Dialogmedium statt Telefon und E-Mail
Heute sind Facebook & Co. nicht mehr aus dem täglichen Leben der Generation der unter 30-Jährigen wegzudenken. Auch die Nutzerzahlen deuten auf die wachsende Integration von Social Media hin: Laut der Acta-Studie 2011 (ACTA 2011; Facebook Advertising Tool September 2012; ComScore Net-Metrix Januar 2012) gibt es aktuell 33,15 Millionen Nutzer im deutschsprachigen Social Web. Allein auf Facebook gibt es in Deutschland 24,3 Mio. Mitglieder. Zu den meistbesuchten Mediasites zählen Facebook, YouTube, Wikipedia und gutefrage.net. Auch der Einfluss von Twitter auf die Verbreitung von News-Content – was ermöglicht, in Sekundenschnelle Nachrichten über den gesamten Globus zu streuen – ist von einer enormen Eigendynamik geprägt. Das Unternehmen hat just angekündigt, seine Präsenz in Deutschland auszubauen und die aktive Nutzung um 50 Prozent zu steigern.

3. Cloud Backup: Unser Leben in der Cloud
Termine, Adressen, Fotos, Dateien: Wir alle erstellen und verwalten Inhalte – und das an vielen unterschiedlichen Eingabegeräten. Cloud Computing ermöglicht, zu jeder Zeit und von allen Geräten auf den kompletten Datenbestand zugreifen zu können. Denn mit der Cloud sind alle Endgeräte, sei es das Smartphone, Tablet oder das internetfähige Fernsehgerät, verknüpft und bedienen sich aus einem gemeinsamen Datenpool. Die aktuellen Services lauten Google Drive, Apple Cloud oder die Telekom Cloud. Und mit den neuen Möglichkeiten der Datenübertragungen wie LTE, das um ein vielfaches schneller ist als DSL, ist diesem Trend der erfolgreiche Weg geebnet.

4. Startup Trend „Collaborative Consumption“: ausleihen statt kaufen
Collaborative Consumption steht für den gemeinschaftlichen Konsum und das Teilen von persönlichen Dingen. Das Konzept bezeichnet die gemeinsame Nutzung von Ressourcen und persönlichen Gegenständen, um einen nachhaltigen Umgang mit ihnen zu fördern. Dies fängt an beim sogenannten „couch surfing“, bei der Menschen private Übernachtungsmöglichkeiten anbieten, die deutlich unter den örtlichen Hotelpreisen liegen. Oder die mittlerweile sehr populären Seiten wie Mitfahrgelegenheit. de. Für wenig Geld gemeinsam weite Strecken zurückzulegen, die Fahrtkosten untereinander aufzuteilen steht hoch im Kurs. Auch das Sharing von Autos, wie das von BMW initiierte System drive.now zeigt, belegt diesen gesellschaftlichen Trend im Nutzungsverhalten, das hohen Anklang findet. In München beispielsweise umfasst drive.now eine Kooperation mit der Stadt München, die bei Nutzung das Entwerten eines Parkzettels überflüssig macht.

5. Vertrauen ist der markenprägende Faktor
Nachhaltigkeit bedeutet für Unternehmen nicht weniger als Markenmehrwert. Die zweite SIS (Sustainability Image Score)-Studie der Serviceplan Gruppe ermöglicht es erneut, den Einfluss der öffentlichen Wahrnehmung von der Nachhaltigkeit eines Unternehmens auf den Markenmehrwert und somit auf den unternehmerischen Erfolg darzustellen. Nachhaltigkeit liegt dort mit 14 Prozent nur knapp hinter den Faktoren Qualität der Leistung (21 Prozent) und wirtschaftlicher Erfolg (18 Prozent). Nachhaltigkeit und die Sehnsucht nach „Vertrauen“ werden so zusehends zum entscheidenden Wettbewerbsfaktor. Transparenz und ehrliche Kommunikation sind dabei die entscheidenden Faktoren, die zur Entwicklung des Markenwerts beitragen.

6. Social Enterprise: Mehrwert statt Profit
Social Enterprise sind Unternehmen, die im Sinne des sozialen Aspektes handeln und Strategien entwickeln, die drauf ausgerichtet sind, die Gesellschaft und Umwelt zu verbessern und einen Mehrwert bieten statt Profit für Stakeholder zu erwirtschaften. Sie handeln gemäß der Leitlinie: nicht der Investor steht im Vordergrund, sondern der soziale Aspekt, die gute Sache. Solche Firmen oder Organisationen gewinnen immer mehr an Bedeutung. Dies ist auch ein wesentlicher Bestandteil, wenn es um Markenführung und die Integration dessen in die Kommunikation nach außen, geht. Bekanntes Beispiel ist hier GEPA, die sich seit 35 Jahren das Thema „Faires Handeln“ auf die Fahnen schreiben. Fairer Handel ist dort Kern der Unternehmensphilosophie, keine Nebensache. Denn alle Gewinne werden wieder in den Fairen Handel investiert.

(Ursprünglich erschienen hier auf horizont.net)

It's about dialogue, stupid!

Kennen Sie das? „Wir haben 80.000 Fans bei Facebook“ oder „bis zum nächsten Quartal brauchen wir 1000 Fans mehr als die Konkurrenz!“ Viele Unternehmen und Organisationen haben die Anzahl der Fans bei Facebook zur Leitwährung ihrer Social Media-Aktivitäten erkoren. Ganz nach dem Motto: Viel hilft viel. Verständlich, die Anzahl der Fans ist sowohl für Organisation („mehr Fans als der Wettbewerber“) als auch für User („geteiltes Interesse“) ein wichtiger Imageindikator. Blöd ist dabei aber: Facebook tickt anders und schickt auch Unternehmen mit sehr vielen Fans in die kommunikative Wüste.
Wer heute allein auf die Fanzahlen schielt, Meldung nach Meldung auf der Pinnwand platziert und mittels Gewinnspiel ohne Markenrelevanz („gewinne ein iPAD“) Fanzahlen nach oben treibt, redet am Ende doch nur mit sich selbst. Er verhält sich wie jemand, der völlig belanglose Pressemitteilungen an einen riesigen Verteiler schickt und sich dabei gut verstanden fühlt. Und Facebook ist gnadenlos und behandelt alle gleich – ob Großkonzern, Wohltätigkeitsorganisation oder lokale Friseur-Kette. Der bloße „Gefällt mir“-Klick reicht nicht aus, um User mit den eigenen Einträgen zu erreichen – sie werden bei den Meldungen auf der Pinnwand schlicht und einfach nicht mehr angezeigt. Denn Facebook ordnet Meldungen und ganze Seiten nach der individuellen Relevanz – dem sogenannten Edge Rank. Das Geheimnis, wie dieser Algorithmus die drei Hauptkriterien Affinität, Gewichtung und Aktualität mit zahlreichen anderen Faktoren ermittelt, wird von Facebook gehütet wie die Brausehersteller aus Atlanta die Originalrezeptur ihrer Coke. Und wahrscheinlich auch ähnlich oft geändert wie die legendären Suchmaschinenalgorithmen von Google.
Smarte Social Media-Konzepte aktivieren daher gezielt den Dialog mit den eigenen Fans und deren Freunden. Wie man das bei Facebook macht? Ingo Di Bella, Experte der auf Social Media spezialisierten Beratungsfirma UCS, hat hierfür eine einfache Formel: „Gute Fragen stellen, Erfahrung sammeln und immer besser werden.“ Je mehr Fans Meldungen „liken“, kommentieren, die Anhänge anklicken und den Post mit ihren eigenen Freunden teilen, desto größer ist die Relevanz und die Wahrscheinlichkeit, dass Posts weiter auf der sogenannten Wall der Fans zu sehen sind.
Kommunikationsverantwortliche müssen daher entscheiden, ob sie wirklich den langfristigen Dialog und die Interaktion mit Usern suchen oder den reinen Imageeffekt einer großen Fanzahl. Das System Facebook zu verstehen ist für erfolgreiche Kommunikation im Social Web unerlässlich. Und fällt vielen Organisationen schon schwer genug.

Facebook ist tot

Es lebe Facebook.

Das letzte Jahr war wohl das Jahr, in dem das Social Web in vielen deutschen Unternehmen angekommen ist. Wenigstens formal. Denn ähnlich, wie vor zehn oder 15 Jahren aus den Vorstandsetagen tönte: „Wir brauchen auch so eine Internet-Seite!“, heißt es heute oft: „Wir müssen auch was auf Facebook machen.“
Dabei ist eine Präsenz im Social Web – sei es der eigene Twitter-Channel, der YouTube-Kanal, der Corporate Blog oder eben die Facebook-Seite – ja oft nichts anderes als eine ausgelagerte Unternehmenswebsite mit integriertem Dialog-Modul (das zur Vermeidung von störenden Interaktionen aber auch gerne mal abgeschaltet wird).

Bitte verstehen Sie mich nicht falsch. Ich bin in der Regel dafür, dass Unternehmen diese Plattformen nutzen, um weitere Kontaktpunkte mit ihren Kunden und denen, die es werden sollen, zu schaffen. Richtig genutzt können solche Botschaften zielgerichtet an die Zielgruppe gebracht werden – und wenn es gut läuft, verbreiten sich die Inhalte via Mundpropaganda auch noch weiter – quasi kostenfrei.

Das Social Web kann aber noch viel mehr – und das nächste Jahr wird in verstärktem Maße zeigen, wo die Reise in der personalisierten Massenkommunikation hingeht. Weiterlesen

Der Köder muss dem Fisch schmecken und nicht dem Angler

Kürzlich wurde ich von „Dialog“, dem Magazin des Deutschen Dialogmarketing Verbands, gefragt, was der Kommunikation eines Unternehmens bleibt, wenn sie von vielen Konsumenten als Belästigung empfunden oder nicht mehr wahrgenommen wird. Wenn Anzeigen überblättert, TV Spots weggezappt, Briefe und E-Mails nicht geöffnet und Telefonanrufe abgewürgt werden.
Richtig ist, dass Kunden und Konsumenten heutzutage deutlich besser informiert, deutlich wählerischer und deutlich selbstbestimmter sind. Und das ist gut so. Denn wer will schon eine Gesellschaft voller unmündiger Kunden, sprich Bürger, Nachbarn, Kollegen, Freunde, Kinder?

Nicht richtig ist es, dass Kommunikation nicht mehr wahrgenommen wird.
Schließlich muss man Äpfel mit Äpfel vergleichen. Wir leben nicht mehr im Zeitalter des Kanal-Monopols. Die Zeiten, als die ganze Nation zur selben Uhrzeit und im selben Sender die Nachrichten der Welt verfolgte sind lange vorbei. Heutzutage gibt es eine immer schneller wachsende Anzahl von Kanälen, so dass der Konsument sich diese rauspickt, die ihm im jeweiligen Moment als die passendsten erscheinen. Und die anderen ignoriert. Freie Wahl für freie Bürger. Auch das ist gut so.
Ist damit das Leben der Marketers und Agenturen leichter geworden? Nein, ganz im Gegenteil. Denn das, was schon immer galt – der Köder muss dem Fisch schmecken und nicht dem Angler – wird immer herausfordernder umzusetzen.

Herausforderung 1: Um die große Bandbreite der Kanäle, die von TV bis Social Media reicht, mit State-of-the-Art-Lösungen bedienen zu können, wird ein stark erweitertes Fach- und Methodenwissen benötigt. Mit zum Teil erschreckend niedriger Halbwertszeit.

Herausforderung 2: In einer Zeit, in der materielle Wünsche für viele ein knappes Gut werden und statt dessen die emotionalen & spirituellen Wünsche immer stärker in den Vordergrund treten, ist der Weg in das Herz des Kunden nicht mehr über herkömmliche Themen & Mechaniken zu schaffen.

Meine feste Überzeugung: One-to-One wird zukünftig eine immer wichtigere Rolle beim Lösen dieser Herausforderungen spielen. Denn anstatt von oben herab laut nach draußen zu posaunen, wie toll man als Marke sei, wird es zukünftig viel wichtiger sein, zuzuhören und auf Augenhöhe mit Kunden in den Dialog treten zu können:
Um emotionale Erlebnisse, die mitten ins Herz treffen, konzipieren zu können. Um im Dialog mit den Kunden täglich zu beweisen, dass man es ernst meint – und den Kunden nicht nur als laufende Geldbörse wahrnimmt. Um auf Basis gemeinsamer Werte Mehrwerte für den Kunden, die Gemeinschaft und das Unternehmen gleichermaßen zu schaffen.
Zuhören und emotionale Markenerlebnisse im direkten Dialog mit den Kunden zu kreieren – das sind ausgewiesene Stärken von One-to-One. Und nicht nur das: Mitarbeiter aus der Dialog- und CRM-Welt sind meiner Erfahrung nach auch besser geeignet, die steigende Komplexität beim Orchestrieren der Kanäle & Botschaften effizient und effektiv zu managen. Ihre Fähigkeit in Prozessen zu denken kommt ihnen hier sehr zu gute.
Ja, Sie haben Recht. Dies ist kein einfacher Weg.
Gibt es eine Alternative dazu? Nein.

Wie sagte so schön Opernsängerin Beverly Sills: „Zu einem Ziel, das die Mühe wert ist, führen keine Abkürzungen.“

Keynote Medientage: Die Zukunft der Werbung liegt im Netz

Das Thema dieses Jahr lautet: „Mobile, Local, Social – Dreiklang der vernetzten Gesellschaft“. Ein gutes Thema, finde ich, denn die „Internetisierung“ unseres Lebens ist tatsächlich der gesellschaftliche Megatrend, der unser Leben verändert.

Das fängt bei der Liebe an: Jeder zweite Single sucht heute seinen Partner im Netz, von fünf Paaren findet eines dort zusammen; und genauso viele lassen sich – sagt man – durch eine auf Facebook aufgedeckte Affäre wieder scheiden.
Das geht bei der Politik weiter: Die nordafrikanischen Revolutionen wären ohne die modernen Kommunikations- und Organisationsformen im Netz so nicht vorstellbar gewesen. In Ägypten haben sich 94 Prozent der Bevölkerung auf soziale Medien verlassen. 85 Prozent sind den privaten, unabhängigen Medien gefolgt. Und nur 40 Prozent haben dem Staatsfernsehen geglaubt.
Und es hört bei den Märkten auf: Die Musikindustrie wurde auf den Kopf gestellt, in der Buchindustrie verkauft Amazon in den USA auf 100 Bücher bereits 105 eBooks. Und am Ende wird sich auch die Filmindustrie sich grundlegend ändern.

Daraus ergibt sich mein Thema: Wie sieht die Zukunft der Kommunikation aus?

Schauen wir uns zunächst die Gegenwart an: Weiterlesen

In der Kommunikation und im Marketing der Gegenwart zählt jede Sekunde

Wie sieht ein gemütlicher Abend von Anne Lerig aus? Nachdem sie ihre zweijährige Tochter Lilly ins Bett gebracht hat, macht sie es sich zu Hause auf dem Sofa gemütlich und zappt durch das TV-Programm. Doch nicht nur das: Auf ihrem Schoß hat sie ihr MacBook, auf dem sie zeitgleich mit ihren Freunden auf Facebook oder Google+ chattet, Hotels für den nächsten Urlaub auf TripAdvisor vergleicht oder auf Amazon bestellt (mit Vorliebe DVDs ihrer Lieblingsserien). Manchmal lästert sie auf Twitter über das, was gerade im Fernsehen läuft. Häufig gesellt sich ihr Mann Thomas dazu, mit seinem frisch erstandenen iPad in der Hand: Damit liest er seine E-Mails, stöbert im App-Store und checkt auf Foursquare, wo sich seine Freunde rumtreiben.
Während sie also gemütlich gemeinsam fernsehen, chatten, twittern, shoppen und e-mailen vergessen sie auch nicht, sich zu unterhalten: zum Beispiel über den anstehenden Autokauf. Thomas recherchiert seit Monaten im Internet nach einem Auto für seine dreiköpfige Familie. Anne hätte gerne wieder einen MINI, er aber liebäugelt mit einem BMW.

Okay, das also soll ein Fernsehabend sein? Ja, ist es. Sogar ein typischer – für unser neues Jahrzehnt.

Anne und Thomas gehören zu den Testpersonen, denen wir mit unserer Marktforschung immer wieder über die Schulter schauen (und dazu eine gemütliche Wohnzimmeratmosphäre schaffen). Wir beobachten, wie die Konsumenten alte und neue Medien in ihren Alltag integrieren. Annes und Thomas‘ Verhalten ist ein Paradebeispiel für das, was auch weitere  Studien belegen: Die Mediennutzung der Verbraucher ändert sich. Grundlegend und rapide.

Das bedeutet für mich als Chef einer Agenturgruppe: Auch die Kommunikation muss sich verändern. Ebenso grundlegend und rapide. Sonst erreichen wir niemanden.
Weiterlesen