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Erfolgreich Geschäfte machen in Frankreich

So pflegen Sie die Beziehung zu Ihrem französischen Kollegen über die Distanz hinweg.

Deutschland und Frankreich – so nah und doch so fern. Viele deutsche Unternehmer empfinden den französischen Markt als Herausforderung. Grund ist oft, dass kulturelle Unterschiede aufgrund der geografischen Nähe unterschätzt werden. Dabei gibt es zwischen diesen beiden Kulturen sehr unterschiedliche Denk- und Arbeitsweisen. Wenn man diese einmal verstanden hat, findet man nicht nur herausragende Synergien, sondern kann auch viel Spaß in der Zusammenarbeit haben (dazu braucht man zum Lachen nicht einmal, wie oft in Deutschland, in den Keller zu gehen …).

Hier ein kleiner Beitrag zu einem Thema, das oft in unseren Seminaren angefragt wird: Managen auf Distanz.

Wenn Sie eine gut funktionierende Beziehung zu einem oder gar mehreren französischen Kollegen aufgebaut haben, so verfügen Sie über ein „Kapital“, das Sie keinesfalls brachliegen lassen sollten. Denn über die viel angenehmere Zusammenarbeit hinaus haben Sie dort einen Vertrauensmann, der Sie über Neuigkeiten, strategische Entscheidungen und „Scoops“ auf dem Laufenden hält. Des Weiteren können Sie vertrauensvoll Ihre eigenen Ideen an seinem Feedback testen. Hier einige Hinweise, wie Sie die Beziehung pflegen können:

  1. Investieren Sie in die Beziehungseffizienz

Nach deutschem Maßstab muss alles seinen klaren Nutzen haben. Betrachten Sie die Kontaktpflege daher als besonders wichtigen indirekten Nutzen:

Die Zeit, die Sie dafür investieren, zahlt sich nachher voll wieder aus. Ihr Partner wird Ihnen Hintergründe für Verhaltensweisen von Kollegen erklären, für Sie etwas erledigen, Sie warnen, wenn etwas für Sie oder Ihr Unternehmen brenzlig sein könnte usw.! Er tut es dann nicht der Sache wegen, sondern weil Sie es sind.

  1. Halten Sie ständigen Kontakt

Eines der wichtigsten Kommunikationsmittel dafür ist das Telefon. In Frankreich wird es weidlich genutzt, um Informationen auszutauschen und Kontakte zu pflegen. Daher sind in der Regel die Telefonrechnungen der Frankreichniederlassungen wesentlich höher als in Deutschland.

Fühlen Sie möglichst einmal wöchentlich der „Beziehung auf den Puls“ („prendre la température“), indem Sie zum Telefon greifen und die Zauberformel „Alors quoi de neuf?“ („Also, was gibt’s Neues?“) aussprechen.

Die meisten französischen Gesprächspartner werden Ihnen daraufhin mitteilen, was sie gerade beschäftigt bzw. wie es ihnen geht oder welches Ereignis der letzten Zeit sie besonders beeindruckt hat. Auf diese Weise beginnt ein Pingpongspiel: Jede Seite erwartet, dass der andere den Ball aufnimmt und zurückspielt. Vielleicht kommt auch nur eine sehr knappe Antwort, weil der andere gerade großen Druck hat. In diesem Fall rufen Sie einfach später noch mal an.

  1. Schicken Sie mal eine originelle Email

Überraschen Sie Ihre französischen Kollegen gelegentlich mit einer Email, in der es um nichts „Amtliches“ geht – zum Beispiel einen originellen Witz oder Spruch oder eine knifflige Aufgabe. Je öfter Sie gemeinsam lachen und auch mal Nichtberufliches austauschen, umso mehr werden Sie von den positiven Seiten der französischen Kultur profitieren. Und ganz nebenbei wird Ihnen die Zusammenarbeit viel Spaß machen!

  1. Bleiben Sie authentisch

Eine solche Art der Kontaktpflege ist vielleicht – vor allem im Berufsleben – nicht jedermanns Sache. Zumal man in Deutschland ja eher gewohnt ist, kurz und bündig zur „Sache“ zu kommen. Daher ist es wichtig, dass Sie sich dabei nicht verstellen, sondern authentisch bleiben, sonst wird es kaum funktionieren.

  1. Reisen Sie am Vorabend an

Lassen Sie keine Gelegenheit aus, ein gemeinsames Essen am Vorabend oder nach einem offiziellen Treffen anzubieten, um sich mal wieder auszutauschen… Sie brauchen kein schlechtes Gewissen zu haben, es kommt nämlich meistens etwas sehr Nützliches dabei heraus und zudem macht es noch Spaß!

  1. Schicken Sie den „Aufzug zurück“

„Renvoyer l’ascenseur“ („sich revanchieren“ bzw. „Eine Hand wäscht die andere“): Diese in Frankreich sehr geläufige Redewendung heißt nichts anderes, als sich für einen Gefallen zu revanchieren. Hat Ihr französischer Kollege zum Beispiel Sorgen, so können Sie ihm vielleicht einen kleinen Tipp geben oder Verständnis zeigen. Gibt er Ihnen eine interessante Information, so sollten Sie ihm ebenfalls zu gegebener Zeit etwas zukommen lassen. Das funktioniert übrigens besonders deshalb, weil es für Franzosen einen wichtigen Macht- und Prestigefaktor bedeutet, Informationen als Erster zu bekommen („Scoops“).

 

Über unseren Gastautor: Alexander Wurz ist Experte für interkulturelles Management und Inhaber von Open-i-Consulting. Er verantwortete eine Großzahl von interkulturellen Beratungs- und Trainingsprojekten weltweit für multinationale Unternehmen. Dabei arbeitete er an mehreren M & A-Beratungsprojekte auf der „menschliche Seite der Integration“. Daneben lehrt er interkulturelles Management an mehreren europäischen Universitäten und ist Keynote-Speaker auf internationalen Konferenzen. Dieser Artikel ist ein Auszug aus dem Buch „Deutsch-französische Geschäftsbeziehungen erfolgreich managen“ (GABLER)

 

Serviceplan International Roadshow France Insights

Serviceplan International lädt ein zum gemeinsamen Blick auf Frankreich und den französischen Markt: Die Serviceplan International Roadshow France findet am 8. Juni 2016 ab 14.00 Uhr im Haus der Kommunikation in München statt.
Für weitere Informationen zur Teilnahme wenden Sie sich bitte per Mail an international@serviceplan.com

 

Einladungsflyer hier downloaden.

 

xìngyùn bǐnggān – Glück + Keks

China auf der Suche nach Glück

Auch wenn mittlerweile bekannt ist, dass Glückskekse eine amerikanische Erfindung des 20. Jahrhunderts sind, fällt den Deutschen gemeinhin zum Thema Glück und China der Glückskeks ein. In der Vorstellung geben weise bärtige Konfuzianer kluge Ratschläge auf kleinen Papierchen, umhüllt von knusprigem Teig. Aufgebrochen lesen wir: „Trübsinn kann keinen erreichen, der stetig Möglichkeiten sucht, zu lächeln.“ Obwohl der Glückskeks nicht aus China kommt, gehört die Suche nach Glück, glücklich sein, Freude, der Traum vom Glück zu den wichtigsten Themen im Reich der Mitte und das schon seit viertausend Jahren.

Im Buch der Riten, einem konfuzianischen Klassiker, führt das Gefühl der Freude die Klassifizierung der sieben menschlichen Gefühle an. Für Laozi, einem Zeitgenosse von Konfuzius, lag das wahre Glück in der Untätigkeit. Wenn der Mensch aufhöre, so Laozi, dem Glück oder anderen Zielen hinterherzulaufen, dann sei er wirklich glücklich. Lin Yutang, ein Bestsellerautor des letzten Jahrhunderts, meinte, dass die chinesische Vorstellung von Glück „Warm, satt, dunkel und süß“ sei. Er hält Essen neben Sex für eine der beiden wirklichen Freuden des chinesischen Lebens. Glück ist warm und kommt aus dem Bauch.

Kleines Glück, Double Happiness Zigaretten, die Farbe Rot, als Symbol für Freude und Leben; Glück beginnt in China nicht im Paradies, sondern im Hier und Jetzt. Wenn dem so ist, drängt sich natürlich die Frage auf, warum die Chinesen nach dem World Happiness Report so freudlos sind? Unter den 85 gelisteten Ländern, angeführt von Dänemark, taucht China gar nicht erst auf. Was sagt uns der Glückskeks: „Echte Armut ist nicht der Mangel an Geld oder Besitz, sondern fehlende Wärme des Herzens.“ Chinas rasanter Aufstieg hat seinen Preis: Die Menschen vermissen die alltäglichen Freuden, das kleine Glück des Miteinanders. Sinnsuche und Wertesuche sind im Trend, was die gut gefüllten Hallen buddhistischer Tempel zeigen. Buddha ist wieder da.

 

Museum

Foto: Barbara Geldermann Oktober 2015, in der Nähe der Großen Mauer

 

Das hat auch die chinesische Regierung erkannt. Die momentane Kampagne für den chinesischen Traum wird gerne mit dem Weg zum Glück im Hier und Jetzt kombiniert. Was das heißt zeigt das Promotionvideo der Chinese Communist Party (CPC) „Chinese Dream“, ein Hit der chinesischen Netzgemeinde. In dem Video werden Bürger wie Du und Ich nach ihren Träumen interviewt. Geträumt wird in China von einer „hübschen Frau“ bis zum „Weltfrieden“.

 

 

Auch westliche Marken haben den Traum und die Sehnsucht der Chinesen nach Glück für ihre Kampagnen sehr erfolgreich aufgegriffen. Nicht Geld und Reichtum, sondern das Glück der Familienzusammenführung wurde von PepsiCo in der „Bring Happiness Home“ (BHH) Campaign zum Frühlingsfest 2015 das zentrale Thema. Gemeinsam mit der populären Video-making und –sharing-App Meipai luden sie die Bürger ein, kleine persönliche Videos über ihre glückliche Familienzusammenkunft einzureichen.

McDonald’s schrieb für sein zwanzig jähriges Jubiläum in China kurzerhand seine original Philosophie “I’m lovin’ it” um. Unter dem Slogan “Make Room for Happiness” entwickelte McDonald’s seine dem chinesischen Markt angepasste Positionierung: Ein Aufruf an die Konsumenten, in einer Restauration der Fastfood-Kette vom Stress des Alltags mit einem Burger auszuruhen. Die Neupositionierung zog einen Umbau der Restaurants und Neuausrichtung der Kommunikation nach sich.

Das kleine Glück in der Familie, Freiräume vom alltäglichen Stress, das glückliche Heim, die Seele baumeln lassen – die Suche nach und das Finden von Glück sind zentrale Marketingthemen geworden. Und um mit einem Glückskeksspruch zu schließen: „Einige Menschen träumen vom großen Glück, andere von Keksen.“

Über unsere Gastautorin: Barbara Geldermann ist zertifizierte Außenwirtschaftsberaterin des BWA mit Schwerpunkt interkulturelles Management. Als ausgewiesene Kennerin der „Seele“ Ostasiens stellt sie Marketingfragen in einen neuen Kontext. Bei der Serviceplan International Roadshow „China Insights” am 17.11.2015 in München moderierte sie die Panel Discussion zum Thema „Innovation als USP in China“.

Think global, act local – Die WMFGroup in China

Think global, act local – ursprünglich ein Satz aus dem Bereich Umweltschutz, der aussagen soll, dass das Verhalten in der eigenen Community Wirkung auf das globale Öko-System hat. Schon lange ist er aber auch in der Business Welt angekommen. Hier natürlich mit einer etwas anderen Bedeutung. Glocal ist dabei ein Kunstwort, dass bereits in den 80er und 90er häufig im Zusammenhang mit Branding und Werbung fiel. Nichts Neues also und wohl kaum jemand hat nicht schon einmal davon gehört. Auch die theoretische Bedeutung dürfte den Meisten klar sein und natürlich passen Unternehmen ihre Marketing-Strategien den Umständen im jeweiligen Markt an. Was aber wenn man so weit geht und zur ursprünglichen Bedeutung zurückkommt: Das lokale Handeln also tatsächlich nachhaltig globale Unternehmensstrukturen verändert? Genau das hat die WMF Group in den letzten 2 Jahren in China erlebt. Die Umstände erforderten es.

Follow or challenge?

Die WMF Group kam – im Vergleich zu den Hauptwettbewerbern – später mit einer eignen Tochtergesellschaft in den Markt. Zwangsläufig hatten die Wettbewerber so einen  Vorsprung in Sachen Markenauf- und -ausbau und sich über die Jahre eine starke Marktposition erarbeitet. Die WMF Group wuchs zwar mit dem Markt, holte aber nicht schnell genug auf. In solch einer Situation bleiben einer Marke eigentlich nur zwei Optionen: Follow or challenge!

„To follow“ ist hierbei sicherlich die einfachere Variante.. Dass man dadurch aber in aller Regel nur das Territorium – sprich die Brand Equity – des Marktführer stärkt liegt auf der Hand. Letztlich steht der Verbraucher im Warenhaus vor der Entscheidung eine der Marken zu wählen, die alle ähnlich daher kommen. Selbst ein hohes Qualitätsversprechen kann da zum Point-of-Parity werden. Mit hoher Wahrscheinlichkeit fällt die Entscheidung des Verbrauchers zu Gunsten der Marke, die er am besten kennt (oder die ihm eben das günstigste Angebot macht). Die Follower-Strategie kann also nicht zu grossen Sprüngen im Markt verhelfen.

Anders sieht es aus, wenn man den Status Quo „challenged“. Den größten Vorteil, den man gegenüber den Platzhirschen hat, ist ,dass man sich schneller bewegen kann und bisher noch nicht wirklich wahrgenommen wurde. Das kann man sich zu Nutze machen und versuchen die Marke zu repositionieren.

Acting China

Zeitgleich zu China wurde auch auf globaler Ebene an einem neuen Markenauftritt gefeilt, der die Freude am Kochen und Essen zelebriert. Verschiedene Konzepte wurden daraufhin in China getestet, bis klar war, dass der globale Auftritt der Marke WMF für China nicht optimal ankam. Eine eigene Positionierung für China musste her. Intensive Marktforschung zeigte der WMFGroup, wo der White Spot im Markt war. Daraufhin wurde eine komplett eigenständige Markenpositionierung für China entwickelt und eine darauf abgestimmte Marketingstrategie konzipiert. Die Marke wurde sprichwörtlich auf dem „Reisbrett“ für China neu erfunden.

Die ersten Marktsignale sind vielversprechend: Die Marke WMF ist die am schnellsten wachsende Premium Kochgeschirr-Marke in China. Die Markenbekanntheit in der relevanten Zielgruppe wuchs innerhalb eines Jahres signifikant. Interessant ist vor allem aber, dass das Modell unternehmensweit Schule macht und Strukturen und Strategien nachhaltig beeinflusst hat. Was in China lokal begann, hat somit Auswirkungen auf die globale Ausrichtung. Das ist der wahre Kern von „think global, act local“!

Über unseren Gastautor: Thordt Clausen ist seit 2014 Brand Manager für WMF in China und verantwortlich für die strategische Entwicklung der Marke im Land. Während seines Vortrags auf der Veranstaltung “International Roadshow China” von Serviceplan am 17.11.2015 in München wird er die hier angerissenen Einblicke vertiefen, mit Beispielen der Kommunikationskampagne illustrieren und um persönlich Eindrücke ergänzen.

„Innovation als USP in China“ – wie deutsche Konzerne trotz immer stärkerer chinesischer Konkurrenz auf der Überholspur bleiben

Als Präsident Xi Jinping letztes Jahr Deutschland besuchte, ernannte er 2015 zum „Jahr der Innovationskooperation zwischen Deutschland und China“. Dass China 2015 eine Konjunkturkrise ereilt, war damals noch nicht absehbar; doch mit dem Stichwort „Innovation“ hat Chinas Präsident eine wichtige Maßnahme genannt, die ich für deutsche Unternehmen in den kommenden Jahren für einen wichtigen Erfolgsfaktor halte, wenn es um Gewinnsteigerung und Marktstrategien im Chinageschäft geht. Das gilt für Hersteller von Markenartikeln im Food-Segment ebenso wie für Konsumgüterprodukte oder Sektoren der Maschinenbauindustrie.
Rund 5000 deutsche Unternehmen sind inzwischen auf dem chinesischen Markt aktiv. Innovation kann für sie zum neuen USP werden. Es genügt nicht mehr, dass deutsche Unternehmen „nur“ mit Qualität und Erfahrung überzeugen. Denn auch in China hat sich in den vergangenen Jahren vieles verändert – chinesische Unternehmen sind längst nicht mehr Produktions-Dienstleister und Hersteller billiger Massenware. Sie haben von Europa und der westlichen Welt gelernt, vieles beeindruckend detailgenau kopiert und am Ende wesentlich günstiger produziert. Preislich und produktseitig werden immer mehr chinesische Firmen harte Konkurrenten. Um an fortschrittliche Unternehmen in China nicht die „Pole-Position“ am Markt zu verlieren, müssen deutsche Unternehmen neue Wege gehen: Und bereit sein, neue Geschäftsmodelle zu entwickeln. In diesem Zusammenhang wird immer häufiger ein „bolded move“ geprüft, eine „out-of-the-box“ Expansion und Innovation – zum Teil sind dies durchaus auch gewagte Schachzüge, die nicht einmal Synergien mit dem Kerngeschäft des Unternehmens aufweisen, aber in China gefragt sind.

Zum Beispiel ist ein Unternehmen bereit, ein völlig neues Produkt in sein Portfolio aufzunehmen, das es in der Form noch nicht gab aber das perfekt auf die Bedürfnisse der Verbraucher in China zugeschnitten ist.

Beispiel1

Wie etwa die „Lunchbox for women“. Sie wurde konzipiert für einen völlig neuen Typ Frau in China – die Zielgruppe „woman@work“. Die moderne Chinesin ist stolz, berufstätig zu sein, und zeigt das mit einer trendigen Mini-Handtasche, die isoliert ist und in der kleine, hübsche Nutrition-Snacks in trendy Verpackungen sowie eine Mini-Cola-Light Flasche mit ins Büro genommen werden. Mit diesem Produkt wird nicht nur das Bedürfnis junger Chinesinnen nach einem modischen Accessoire bedient, sondern auch die Themen Kalorienbewusstsein und gesunde Ernährung. Denn Teil der Box ist auch ein gesunder Müsliriegel fürs Büro. Der Hersteller dieser Box hat also alles richtig gemacht: Den Trend erkannt, und die Tatsache, dass Millionen berufstätiger, mode- und figurbewusster Frauen so ein stylishes, kalorienarmes Accessoire als „must have“ betrachten.

Die Chinesen sind uns in der Konsumentenforschung oft voraus und sind schneller bereit, umzudenken und innovative, neue Wege zu gehen: So hat der führende chinesische Hausgerätehersteller Haier erkannt, dass die Kartoffel als Hauptnahrungsmittel (längst wird jede vierte Kartoffeln weltweit in China angebaut), um 1,3 Milliarden Menschen satt zu machen, vor dem Verkauf auf dem lokalen Markt gewaschen werden muss. Bauern haben dies zum Teil in der hauseigenen Waschmaschine gemacht. Haier hat die Marktlücke erkannt und schnell reagiert. Es wurde in Westchina eine Waschmaschine zum Waschen von Kartoffeln UND Wäsche vermarktet, die reißenden Absatz fand und sich in kürzester Zeit millionenfach verkaufte. Ein innovativer Ansatz eines chinesischen Konzerns der zeigt, wie leicht es ist, durch das Erkennen von Bedürfnissen den Markt mit Alternativen zum herkömmlichen Sortiment zu bedienen. Wenn ein Unternehmen konsumentennahe Forschung betreibt, ist das perfekt umgesetzte Anwendungs-Innovation.

Beispiel2

Das gleiche ist einem anderen chinesischen Konzern auch mit der Vermarktung einer „Portable Cooking Station“ gelungen – denn nichts war naheliegender, als den zur Zeit geschätzten 350 Millionen Wanderarbeitern in China die Möglichkeit zu geben, sich unterwegs eine Mahlzeit zuzubereiten. Ein gutes Beispiel für gelungene Zielgruppen-Innovation und die perfekte Demonstration, wie Innovation einem Unternehmen im eigenen Land gelingen kann. „Disruptive Ideas“ nennt man solche bahnbrechenden und am Ende gewinnbringenden Konzepte, die innovative Ideen funktional erfolgreich in die Tat umsetzen.

Aber auch in Sektoren, in denen die Chinesen längst die Marktführerschaft inne halten, wie beispielsweise in der Windenergie, sollten deutsche Unternehmen ihre Nische suchen. Das Reich der Mitte ist zwar dabei, Weltmeister im Produzieren von Offshore-Windkraft zu werden, hat aber massive Defizite in der Wartung – und genau darum geht es für deutsche Unternehmen: zu erkennen, wo China Technologielücken hat und genau da anzusetzen. Wenn große Konzerne das Potential im Bereich Wartung und Technical-Support erkennen, kann ein deutscher Konzern schnell zum unverzichtbaren Knowledge Partner werden. Haben Chinesen moderne Helikopter und Offshore Boote für die Wartung der installierten Kapazitäten im Meer? Definitiv nicht. Und genau das sind die Schaltstellen, an denen angesetzt werden muss, um durch innovative Ansätze neue, erfolgreiche Business Modelle zu schaffen.

Beispiel3

Die Führungsspitze eines deutschen Konsumgüterkonzerns bleibt trotz der angeschlagenen Wirtschaft in China gelassen – „China ist und bleibt der Motor der Weltwirtschaft“, verkündete der Konzernchef erst kürzlich. Der Kosmetik-Sektor des Unternehmens fährt in China noch immer zweistellige Zuwachsraten ein. Aber auch hier ist Ideenreichtum gefragt und ein Umdenken, was das Kaufverhalten chinesischer Konsumenten betrifft. Kosmetikartikel werden in China immer häufiger online gekauft, nicht mehr in Supermärkten oder Drugstores. Der digitale Konsument muss natürlich ganz anders bedient werden als der Kunde im Laden. Wie erreicht man den „Digital Native Consumer“, der bisher im Laden an Shampoo-Flaschen riechen konnte oder Handcremes und Bodylotion auf Konsistenz und Duft testen konnte? Viel wird hier von der Markenpräsenz und der Verpackung abhängen – beides muss so gut und überzeugend sein, dass sich der Griff zum Tester für den Käufer im Internet erübrigt.

Hier ist vor allem das Einfühlungsvermögen und das Knowhow von Package Designern und Marketing Profis gefragt und sicher auch ein stetiges Umdenken und Wahrnehmen von Trends und Strömungen in China, um die Bedürfnisse der chinesischen Online Konsumenten optimal zu erfüllen und damit den Umsatz zu steigern. Dann könnten die Umsatzziele des europäischen Kosmetikkonzerns Realität werden.

Neben der Produktidee und Differenzierungsmöglichkeiten zum chinesischen Wettbewerb müssen natürlich auch lokale Voraussetzungen bei der operativen Umsetzung berücksichtigt werden – Besonderheiten in den chinesischen R&D Abteilungen deutscher Unternehmen, aber auch die Forderungen chinesischer Behörden in puncto Lokalisierung.
Die Balance zwischen “Innovation als USP” und der Verpflichtung zur “F&E Lokalisierung” muss eingehalten werden und stabil sein. Sie entscheidet am Ende über dauerhaften Erfolg in China.

Über unsere Gastautorin: Daniela Bartscher-Herold ist für EAC Consulting seit mehr als 20 Jahren in der Beratung deutscher Unternehmen in China tätig. Während ihres Vortrags auf der Veranstaltung “International Roadshow China” von Serviceplan am 17.11.2015 in München stellt sie an Hand von Case Studies verschiedener Produkte und Industrien die Chance auf Erfolg deutscher Unternehmen in China durch innovative Ansätze vor.

Serviceplan International #3: Unterwegs in Moskau

Bei uns in der Agentur arbeiten 25 Kollegen. Wir befinden uns mitten im Moskauer Leben in der Nähe des Gorkogo-Parks (am Sadovaya-Ring). Der Alltag in Moskau hat mit Sicherheit seine Besonderheiten, die unsere Art zu arbeiten, zu leben und soziale Kontakte zu pflegen bestimmen.

Charakteristisch für den Moskauer Berufsalltag ist sicher das Thema Verkehr. Der Begriff „10 Punkte“ bezieht sich auf daher auch auf das ständige Verkehrschaos in Moskau (10 bedeutet totaler Verkehrsstau) und ist zu einem Standardausdruck in den Gesprächen der Moskowiter geworden. Sich durch Moskaus Straßen zu bewegen, ist auch unter guten äußeren Bedingungen keine einfache Aufgabe – im Winter aber ist es eine echte Herausforderung.

Im Gegensatz zum übrigen Europa gilt bei uns im Winter die Sommerzeit (zwei Stunden vor der Normalzeit), und durch diese zusätzliche Stunde, in der noch Dunkelheit herrscht, wird der ohnehin bereits volle Aufmerksamkeit erfordernde Pendlerverkehr noch „unterhaltsamer“. Ich komme gegen 10 Uhr im Büro an. Noch sind nur wenige Kollegen anwesend, doch das Büro füllt sich langsam aber sicher, nachdem sich alle durch den Verkehr auf der Autobahn gekämpft haben oder mit der überfüllten U-Bahn gefahren sind. Jetzt warten alle darauf, dass sich die Sonne am Horizont blicken lässt.
Ich hole mir einen Kaffee und setze mich an meinen Schreibtisch, um die E-Mails von Kunden und Kollegen zu lesen und mir die neuen Pitchunterlagen anzusehen, an denen das Team bist spät in die Nacht gearbeitet hat. Es muss noch vor Mittag per Kurier an den Kunden gehen, damit wir die Bewerbungsfrist einhalten.

11 Uhr: Es ist bereits an der Zeit, sich wieder über das Moskauer Verkehrsgeschehen zu informieren, um es noch rechtzeitig zum Statusmeeting für die große Kampagne bei unserem Hauptkunden zu schaffen.  „10 Punkte“ bedeutet laut Yandex (ein führendes russisches Internetsuchportal, das täglich in Echtzeit Meldungen zum Moskauer Verkehrsgeschehen liefert), dass der Verkehr in der Stadt zum Erliegen gekommen ist. Nun hat auch noch dichter Schneefall eingesetzt. Er kommt zwar jedes Jahr, aber wir sind immer wieder aufs Neue überrascht.  Sollte man jetzt nicht lieber das Auto stehen lassen und in die U-Bahn steigen, um rechtzeitig anzukommen?

12 Uhr: Katastrophencheck – der Kurier hat die Pitchunterlagen gerade noch rechtzeitig abgeliefert. Große Erleichterung!

13 Uhr: Wir sind vor Ort beim Kunden. Wir haben es noch rechtzeitig zum Meeting geschafft.

Anschließend wollen wir zurück in die Agentur. Immer noch „10 Punkte“ für Moskaus Straßen. Es wird also nicht besser. Wie sehr die Straßen auch verbreitert und wie viele neue Autobahnkreuze auch gebaut werden: Die Geschwindigkeit des Verkehrs nimmt von Jahr zu Jahr ab, was jedoch nicht für unsere Arbeit gilt. Ganz im Gegenteil: Das Tempo steigt und steigt. Über das Netzwerk kam gerade ein neues Briefing herein, und es bleibt uns nicht viel Zeit zur Bearbeitung!

15:30 Uhr: Ich bin immer noch auf dem Weg ins Büro. Es wird bereits dunkel – und es gibt noch viel zu erledigen. Anschließend stehen noch eine Besprechung mit der Kreativabteilung über die Hauptkampagne und Planungen bezüglich einer neuen Geschäftschance auf der Aufgabenliste, die wir dringend bearbeiten müssen. Danach stellt sich ein neuer Bewerber vor, der uns von seiner Berufserfahrung berichten und einige Arbeitsproben präsentieren möchte.

Ich verlasse das Büro erst spät.  Der Verkehrsdichteindex liegt jetzt nur noch bei 7 – immerhin! Morgen ist ein neuer Tag!

Serviceplan International #1: Unterwegs in Seoul

Seit die Welt Gangnam Style steil geht, weiß spätestens jetzt jeder, dass es Südkorea gibt. Südkorea ist nicht nur bekannt für Chaebol, K-Pop und Kimchi, sondern auch für seine einzigartige Geschichte, die durchsetzt ist von legendären Drachen, weitsichtigen Königen und dem letzten eisernen Vorhang.

Seoul (서울) mit seinen 23.616.000 Einwohnern ist an sich ja schon ein Erlebnis, da es einfach eine irrsinnig große Stadt ist, umringt von Bergen und Meer. Und wo kann man sonst mit der Metro in die Berge fahren, die dann schon Klettersteigniveau haben. Gewohnt habe ich in einem Hotel im Fremdenviertel Itaewon, nur einen Sprung entfernt von Liquid Campaign, der Dependance unseres Netzwerkes in Südkorea. Auf dem täglichen Weg zur Agentur konnte man schon sehr gut den Vibe der Stadt spüren. Hier ist das Stadtbild so dynamisch, dass, wenn man sich einmal im Kreis dreht, schon wieder alles anders ist. Den digitalen Fortschritt braucht man eigentlich nicht zu erwähnen, gefühlt ist Deutschland dagegen digitale Steinzeit. Mobile Broadcasting ist hier Standard. Zum Glück, da die Pendelzeiten für die, die nicht in Agenturnähe wohnen, lang sind.


Aber wie läuft so ein Agenturalltag im Ausland ab?
Aus der Sicht eines „Arters“ eigentlich ähnlich wie „dahoam“: Frühstücken, Kaffee holen, mit Hilfe von Händen und Füßen mit Arbeitskollegen auf dem Flur quatschen und dann auch mal – natürlich auf Englisch – Briefings von den Account-Ladies abholen. Englisch beherrschen ist schon essentiell, um so einen Austausch zu machen, im besten Fall natürlich Koreanisch! Ein Tipp: „Maegju joseyo“, „Ein Bier bitte!“, reicht für den Anfang. 😉

Bei Liquid Campaign habe ich hauptsächlich auf zwei großen integrierten Projekten für BMW gearbeitet. Hier hatte ich auch mit Profero Tokyo zu tun. Sehr spannend, diese internationale Zusammenarbeit. Zudem kam auch ein Job für eine App für Lanxess dazu. Eine Erstellung eines Agenturvideos war auch dabei. Im Großen und Ganzen das was ich auch in Deutschland mache, deshalb war für mich die Eingewöhnungsphase nur kurz. Das Einzige, was etwas anders ist, ist natürlich das Schriftsystem Hangul. Der Vorteil dieser Schrift ist, dass sie analog zu unserem Alphabet aufgebaut ist. Das heißt, jeder unserer Buchstaben hat ein Pendant in Hangul. Außer z.B. das X, das wird mit G und S umschrieben. Dadurch kann man recht schnell lesen lernen. Trotzdem bleibt die Bedeutung dann noch unklar. 😉 Das Schriftsystem hat übrigens der oben erwähnte weitsichtige König Sejong der Große 1443 eingeführt.

Abends geht man dann mit dem Team zusammen essen und trinken. Koreanische Mahlzeiten sind auch ein Highlight! Von Seegurken, Seesternen, dem Klassiker Kimchi (eingelegter scharfer Weißkohl, macht süchtig!),  Nudelsuppen, koreanischer Pizza auf der sich alles bewegt, bis hin zu Hundesuppe gibt’s alles was man sich nur vorstellen kann – oder auch nicht.
Und man darf die Hangover-Soups nicht vergessen, extrem scharf und  teilweise das Einzige, was man auf einer ländlichen Speisekarte lesen kann, da es Englisch aufgeführt wird. Warum wohl? Geselligkeit ist ein großes Thema, man isst immer im Kreis von Familie oder Kollegen und nie alleine. Es gibt eigentlich auch gar keine „Single“-Speisen.

Die Feedback-Kultur ist auch eher im Umfeld des Abendessens angesiedelt als in der Agentur. Feedback oder Kritik wird allgemein erst geäußert, wenn man schon leicht beschwipst ist. Das hat den Hintergrund, dass man den Alkohol vorschützen kann, wenn die Kritik dann doch mal schärfer ausfällt. Korea ist allgemein strukturell hierarchischer als Deutschland aufgebaut. Das sieht man besonders gut, wenn andere Unternehmen essen gehen: Der Chef zahlt zwar, aber wenn er den Löffel weg legt, dann muss es der Rest ihm gleich tun – auch wenn man noch Hunger hat. Zum Glück war das bei uns nicht so!

Den Culture Schock hatte ich mir größer vorgestellt. Klar, Seoul ist eine Weltmetropole und man findet sich im Großen und Ganzen gut zu Recht. Nicht so wie in Tokyo, das ich auch eine Woche erleben durfte. Da bin ich gleich mal in Shinjuku verloren gegangen. Lost in Translation lässt grüßen…

Der Blogbeitrag auf W&V.

Regional statt international: Heimat macht Marken erfolgreich

Die „big ones“ werden die „big ones“ bleiben: Coke, Apple oder Google sind international und müssen das auch bleiben. Sie sind nicht einmal mehr nur die Marken der Metropolen, sie sind überall zu Hause und ohne geographische Heimat. Vor allem in den stetig wachsenden asiatischen Märkten haben sie sich im Bewusstsein der Menschen sehr weit von ihren ursprünglich amerikanischen Wurzeln entfernt. Ihre Heimat steckt in ihren Usern, ihren Fans, ihren Friends und natürlich im durch sie kreierten Lifestyle.

Aber in vielen anderen Marktsegmenten, beileibe nicht nur im Foodbereich, werden Herkunftsregion und Heimat zunehmend wichtiger. Gerade die sich immer mehr nivellierende Kultur der Megalopolis verlangt als Gegenpol nach Produkterlebnissen mit regionaler Authentizität. So wird Heimat für viele Marken immer mehr zum kapitalisierbaren Faktor. Darüber hinaus fordert der Megatrend Nachhaltigkeit zunehmend die Transparenz von Herstellung und Qualität, was sich von „anfassbaren“ regionalen Marken oft leichter bewerkstelligen lässt. Dass Marken aufgrund einer sehr eng begrenzten Herkunftsregion für sich Exklusivität erzeugen, ist nicht neu: Havanna-Zigarren, Single Malt-Whiskeys, Bordeaux-Weine, Schinkenhersteller und Käsereien oder hunderten von Brauereien und Mineralwasserbrunnen gelingt dies seit vielen Jahrzehnten. Hier geht die Betonung der Herkunft oft einher mit einer künstlichen Verknappung des Angebots.

Mittlerweile gehen aber auch immer mehr Konsummarken erfolgreich diesen Weg: Über 1.000 Bauern des Hohenloher Landes vermarkten die bei ihnen heimische Schweinerasse unter einem gemeinsamen Label (und beliefern z. B. exklusiv die Marke „Du darfst“). Das Allgäu entwickelte eine Einheitsmarke, die Allgäu GmbH, unter der Produkte aus Landwirtschaft, Industrie, Kultur und Tourismus gebündelt werden sollen. Dasselbe Konzept liegt der Marke „Region Schwarzwald“ für den Bereich Tourismus zugrunde. In Sachsen reüssieren regionale Uralt-Marken wie Diamant-Fahrräder und ESDA-Strümpfe und schließen sich die Spielzeughersteller des Erzgebirges zu einem regionalen Qualitätssiegel zusammen. In Tschechien beginnen regionale Traditionsmarken für Seifen und Speisefette in die EU-Staaten der früheren KuK-Monarchie zu exportieren, wo ihre Produkte unverändert einen hervorragenden Ruf besitzen – fast 100 Jahre nach dem Ende des Ersten Weltkriegs.

Die Region als Garant für Verbrauchervertrauen und Qualität – immer mehr kleine Marken werden zu großen, weil sie ganz bewusst auf ihre Heimat setzen. Bei einem Einkaufsverhalten, das immer mehr von „grünen Faktoren“ bestimmt wird, steht dieser Trend sicher erst am Anfang. Erfolgsgeschichten sind zu erwarten und kommunikativ zu begleiten.

Übersicht über einige Regionalmarken
Aktuelle Werbekampagne von Migros

In der Kommunikation und im Marketing der Gegenwart zählt jede Sekunde

Wie sieht ein gemütlicher Abend von Anne Lerig aus? Nachdem sie ihre zweijährige Tochter Lilly ins Bett gebracht hat, macht sie es sich zu Hause auf dem Sofa gemütlich und zappt durch das TV-Programm. Doch nicht nur das: Auf ihrem Schoß hat sie ihr MacBook, auf dem sie zeitgleich mit ihren Freunden auf Facebook oder Google+ chattet, Hotels für den nächsten Urlaub auf TripAdvisor vergleicht oder auf Amazon bestellt (mit Vorliebe DVDs ihrer Lieblingsserien). Manchmal lästert sie auf Twitter über das, was gerade im Fernsehen läuft. Häufig gesellt sich ihr Mann Thomas dazu, mit seinem frisch erstandenen iPad in der Hand: Damit liest er seine E-Mails, stöbert im App-Store und checkt auf Foursquare, wo sich seine Freunde rumtreiben.
Während sie also gemütlich gemeinsam fernsehen, chatten, twittern, shoppen und e-mailen vergessen sie auch nicht, sich zu unterhalten: zum Beispiel über den anstehenden Autokauf. Thomas recherchiert seit Monaten im Internet nach einem Auto für seine dreiköpfige Familie. Anne hätte gerne wieder einen MINI, er aber liebäugelt mit einem BMW.

Okay, das also soll ein Fernsehabend sein? Ja, ist es. Sogar ein typischer – für unser neues Jahrzehnt.

Anne und Thomas gehören zu den Testpersonen, denen wir mit unserer Marktforschung immer wieder über die Schulter schauen (und dazu eine gemütliche Wohnzimmeratmosphäre schaffen). Wir beobachten, wie die Konsumenten alte und neue Medien in ihren Alltag integrieren. Annes und Thomas‘ Verhalten ist ein Paradebeispiel für das, was auch weitere  Studien belegen: Die Mediennutzung der Verbraucher ändert sich. Grundlegend und rapide.

Das bedeutet für mich als Chef einer Agenturgruppe: Auch die Kommunikation muss sich verändern. Ebenso grundlegend und rapide. Sonst erreichen wir niemanden.
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Die Wüste lebt

Dubai ist tot. Es lebe Dubai… Seit der Lehmann-Pleite bin ich bei jedem meiner Besuche in Deutschland mit einem mitleidigen Lächeln bedacht worden, wenn ich über Dubai erzählte. Das, was einige Jahre in deutschen und anderen europäischen Medien als das weltweite Wirtschaftswunder hochgejubelt wurde, wird seit Herbst 2008 im wahrsten Sinne des Wortes in Grund und Boden geschrieben.
In diesem Umfeld mit nur einem Kunden und ohne genaue Kenntnis der Region eine Agentur zu gründen, schien daher nicht nur mutig, sondern grenzte an Waghalsigkeit mit unabsehbarem wirtschaftlichen Risiko. Was aber bewegte mich als Gründer der Agentur und in weiterer Folge Plan.Net in diesen Markt zu gehen und von Dubai aus BMW, MINI und Rolls Royce im mittleren Osten zu betreuen und weiter in dieser Region zu expandieren?
Dubai ist als Wirtschaftsstandort besser als sein (heutiger) Ruf. Weiterlesen

Mediaplus goes to Vienna

Klingt komisch, ist es aber nicht!

Immer mehr Marken und Kunden haben einen zunehmenden Beratungsbedarf für unsere deutschsprachigen Nachbarländer im allgemeinen und den österreichischen Markt im speziellen. Man kann als Agentur auf Dauer nicht glaubwürdig von Deutschland aus kompetent beraten, denn dazu tickt der österreichische Medien- und Agenturmarkt doch ein wenig anders und „media business is people business“.

Auch wenn Bayern und Österreicher grundsätzlich verwandt sind und abgesehen von den Dialekten grundsätzlich die gleiche Sprache sprechen,  muss man vor Ort sein, den Markt gut kennen und mit den Medien ein gutes Vertrauensverhältnis aufbauen, um nicht nur günstige, sondern auch bessere Konzepte zu entwickeln. Weiterlesen