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Die wichtigsten SEO News für Januar 2018

Die stille Zeit zwischen den Jahren hilft dabei, innere Ruhe zu finden und sich auf die grundlegenden Fragen des Lebens zu besinnen, bevor das neue Jahr mit vielen Überraschungen und Änderungen beginnt. Überraschungen und Änderungen gibt es wie immer auch in der SEO-Landschaft. Hier die SEO News im Januar.

1) SEO ausgereizt: Gibt es noch Wachstum mit organischen Traffic?

Mit Hilfe umfangreichen Datenmaterials sucht SEO-Experte Rand Fishkin eine Antwort auf die Frage, ob Suchmaschinen auch mehr als 20 Jahre nach dem Start von Infoseek, Altavista und Lycos noch immer ihr einstiges Heilsversprechen als unerschöpfliche Trafficquelle mit riesigem Wachstumspotential einlösen können. Im Detail geht Fishkin den Fragen nach, ob a) die Zahl der Suchanfragen auf Google noch immer wächst, und ob b) sich das Aufkommen von Suchanfragen, die auf eine Zielseite außerhalb von Google vermittelt werden verringert hat. Die Antwort: Sowohl als auch. Einerseits wächst der Google-Traffic noch immer im Schnitt über 10 Prozent pro Jahr, trotz saisonaler Auf- und Abschwünge und der steigenden Bedeutung von Amazon als Einstiegspunkt bei transaktionalen Suchen. Andererseits haben die neuen Google-Suchergebnis-Features wie Instant Answers, Features Snippets und interaktive Knowledge Panels dafür gesorgt, dass im Zeitvergleich rund 23 Prozent weniger Traffic als im Vorjahr seinen Weg von Google auf andere Webseiten gefunden hat. Bislang könne das Trafficwachstum den Verlust von Clicks noch ausgleichen, so Fishkin. Die Deutlichkeit der Ergebnisse hatte jedoch selbst das SEO-Urgestein Fishkin so nicht erwartet.

2) Google Analytics durchleuchtet einzelne Nutzer

Die kostenlose Online-Trackingsuite „Google Analytics“ hat seit ihrem Start im November 2005 eine echte Erfolgsgeschichte geschrieben und wird derzeit von mehr als der Hälfte aller Websites weltweit genutzt. Die permanente Fortentwicklung von Messtechnologie und grafischer Bedieneroberfläche war für Google schon immer eine Grundvoraussetzung dafür, mit den sich verändernden digitalen Marketingkanälen Schritt halten zu können und die einem ständigen Wandel unterworfene Consumer Decision Journey in all ihren Ausprägungen bestmöglich abzubilden. Seit Mitte Dezember hat Google Analytics nun seine Möglichkeiten erweitert, einzelne Nutzer in den Mittelpunkt der Analyse zu stellen. Eine Nachricht, die jeden SEO-Verantwortlichen freuen wird, denn die Optimierung nutzerbezogener Mehrwerte und die Erhöhung von Relevanz in der Zielgruppe haben in den vergangenen fünf Jahre zu den alten, empirischen Richtgrößen wie Backlinks oder Keywords aufgeschlossen. Google Analytics trägt dieser Entwicklung nun Rechnung, indem es Auskunft über das Verhalten einzelner, anonymisierter Nutzer über deren Gesamte Cookie-Lebensdauer anbietet. Dazu zählen u.a. alle durchgeführten Sitzungen, die Sitzungsdauer, Umsatz oder auch Transaktionen. In Verbindung mit der nun umfangreicher anzuwendenden Zielguppenanalyse lassen sich wertvolle Daten zur Erstellung und Verifikation von Search Personas und Nachfragemustern erstellen, die als Grundlage für nachhaltige, inhaltliche Optimierungen dienen.

3) Bing: Neue Suchfeatures mit künstlicher Intelligenz

Betrachtet man die Nachrichtenlage rund um künstliche Intelligenz und deren Einsatzmöglichkeiten in Suchmaschinen und Sprachassistenten, so haben bislang Google und Amazon die Schlagzeilen beherrscht und ihre technologischen Kapazitäten im besten PR-Licht leuchten lassen. Um Microsoft war es bis auf einige bizarre Ausrutscher seiner KI-gesteuerten Sprachassistenten relativ still. Das soll sich nun ändern. Der alte Riese aus Redmond hat angekündigt, dass Nutzer der Suchmaschine Bing in 2018 eine ganze Reihe neuer Features erleben werden, die auf dem Einsatz künstlicher Intelligenz und maschinellem Lernen basieren. Bereits seit Dezember live ist die neue Bildersuche, welche Objekte selbstständig erkennt und kategorisiert. In der Nachrichtensuche soll damit die vieldiskutierte Filterblase durchstochen werden. Mit dem System des „maschinellen Lesens“ werde Texte nicht nur erkannt und verstanden, sondern beispielsweise auch die politische Perspektive erfasst und so die Ausgewogenheit in den Suchergebnissen sichergestellt, so Microsoft. Eine weitere Neuerung soll laut Microsoft eine verbesserte Eingabevervollständigung in der Suchmaske sein, um eine höhere Relevanz der Suchergebnisse zu erreichen. Die Windows-Veteranen wollen den Einsatz künstlicher Suchintelligenz aber nicht auf Bing beschränken. Microsoft kündigte an, entsprechende Features auch bald in den Office Produkten OneDrive, SharePoint und Excel implementieren zu wollen. Ein Weg, den Konkurrent Google so zu gehen nicht in der Lage ist und auf den man daher sehr gespannt sein kann.

4) Herzlich willkommen: Yandex schenkt uns Alice

Wenn der aktive Freundeskreis mit fortschreitendem Alter immer überschaubarer wird, freut man sich umso mehr über virtuelle Bekannte. Im Laufe der letzten Jahre haben wir also Alexa (Amazon), Allo (Google), Bixby (Samsung) und Cortana (Microsoft) kennenlernen dürfen. Wer nun denkt, der nächste Sprachassistent beginnt mit dem Buchstaben D, der hat sich getäuscht. Für seine jüngste Tochter hat der russische Suchgigant Yandex den Namen Alice (russ. Алиса) gewählt. Seit Ende 2017 präsentiert Alice nun Yandex Suchergebnisse, den Wetterbericht, Spiele und Kinderlieder. Selbstverständlich können auch Skills auf ihrer Plattform entwickelt werden. Nach eigener Aussage liefert Alice die zuverlässigste Erkennung der russischen Sprache und kann dank künstlicher Intelligenz die Suchintention selbstständig erfassen. Treffen kann man Alice bislang jedoch nur in der Yandex App, weitere Produkte sind laut Unternehmen aber bereits in Planung.

 

Dieser Beitrag erschien zuerst bei Internet World Business.

Performance-Tracking meets User Journey

Beim Thema Web Analytics hören wir immer wieder, wie kompliziert es doch sei, brauchbare Daten und Erkenntnisse zu sammeln, um die Performance einer Website device-übergreifend und über den Aufruf von URLs hinaus zu analysieren und damit die User Journey zu optimieren. Die Standardfunktionen von Google Analytics liefern dafür nicht die gewünschten Daten, so der Vorwurf. Das stimmt so allerdings nicht. Oftmals ist Connected Commerce eben doch einfacher als man denkt.

Google Analytics trackt vieles, aber bei weitem nicht alles

Viele Webseitenbetreiber greifen beim Webtracking ausschließlich auf die Standardimplementierung von Google Analytics als Werkzeug für ihre Auswertungen zurück. Dies kann in bestimmten Fällen auch völlig ausreichend sein, gibt Google Analytics doch Auskunft über eine ganze Reihe wichtiger Kennzahlen (KPIs), wie etwa die Anzahl der Nutzer, Sitzungen und Seitenaufrufe oder die Absprungrate in einem definierten Zeitraum. Darüber hinaus liefert das Tool neben demographischen Merkmalen eine ganze Reihe von Geräteinformationen, um beispielsweise die Unterseiten zu erkennen, auf denen besonders viele Benutzer von Mobilgeräten abspringen – so können Sie eventuelle Probleme bei der mobilen Nutzung Ihrer Seite aufdecken.

Doch wie gehen Sie vor, wenn Sie auswerten möchten, wie oft ein ganz bestimmter Button auf einer Seite angeklickt wurde? Oder von welcher Seite aus ein Nutzer mit Ihrem Support-Chat interagiert hat? Und wie sieht es mit der Scroll-Tiefe aus, den Datei-Downloads oder dem Aufruf externer Links? All diese Fragen kann Google Analytics nicht per se beantworten. Es gibt aber eine einfache und zugleich mächtige Lösung, die fest in Google Analytics integriert ist: das Event-Tracking, also das Erfassen von Ereignissen alle Art.

Bisher mussten diese Ereignisse bereits im Vorfeld genau geplant und in der Programmierung einer Webseite verankert werden, damit sie auch an Google Analytics zum Tracken gesendet wurden. Durch den Google Tag Manager ist das Einrichten von Events agiler und deutlich einfacher. Sie benötigen keine Programmierkenntnisse und können direkt loslegen sobald der Google Tag Manager in Ihrer Seite eingebunden ist. Für viele CMS- und Shop-Systeme gibt es bereits fertige Plugins, sodass Sie nicht einmal einen Entwickler für den Einbau benötigen.

Sie haben noch nichts vom Google Tag Manager gehört? Christoph Küpfer von ad agents beschreibt das Tool im Artikel „Der Google Tag Manager: Die eierlegende Wollmilchsau“ auf internetworld.de sehr treffend wie folgt: „Webanalytics ohne Tag Manager ist wie Wäsche waschen ohne Waschmaschine. Es geht – aber es ist Zeit- und Ressourcen-Verschwendung.“

Erfassen und Auswerten von Events mittels Google Tag Manager – drei Beispiele zeigen, wie es geht

1. Sie möchten wissen, wie oft ein Button/eine Grafik geklickt wurde?

Webseiten verfügen in der Regel über mehrere Formulare oder Teaser-Grafiken, die den Besucher zu einer Aktion auffordern. Wie oft Besucher tatsächlich mit diesen Call to Actions (CTAs) interagieren, können Sie leicht mit dem Google Tag Manager erfassen. Dazu richten Sie jeweils einen Trigger (das „WENN“) und ein Tag (das „DANN“) ein – WENN zum Beispiel ein Button mit der Aufschrift „Nachricht senden“ geklickt wird, DANN wird durch ein entsprechendes Tag ein Event an Google Analytics gesendet. Ein Event besteht immer aus vier Dimensionen, die Sie mit beliebigen Werten im Google Tag Manager befüllen können: die Eventkategorie, die Ereignisaktion, das Ereignislabel und den optionalen Ereigniswert.
Nehmen wir beispielsweise ein Kontaktformular: Zuerst legen Sie eine Eventkategorie fest. Diese kann den statischen Text „Kontaktformular“ enthalten. In der Ereignisaktion lautet die Aktion innerhalb dieser Kategorie „Abgesendet“, wenn das Formular abgeschickt wird. Als Ereignislabel erfassen wir bei unseren Implementierungen meist den aktuellen Seitenpfad. Für diesen gibt es eine eingebaute Funktion im Google Tag Manager, die Sie einsetzen können, indem Sie {{Page Path}} an der entsprechenden Stelle einfügen. Wenn Sie Ihr Kontaktformular auf mehreren Seiten oder in einer Seitenlasche eingebaut haben, können Sie auf diese Weise auswerten, von wo aus das Kontaktformular wie oft abgesendet wurde. Der Ereigniswert kann das Event noch gewichten. Für eine abgesendete Kontaktanfrage sollten Sie einen höheren Wert hinterlegen als bei einem angeklickten Teaser.

2. Absprungraten durch die Scroll-Tiefe relativieren

Ein Absprung ist nicht immer etwas Schlechtes. Besonders Blog-Betreiber kennen das Phänomen, dass Besucher eine Lösung für ihr Problem finden und anschließend ohne weitere Interaktion den Blog wieder verlassen. Die Verweildauer kann hier bereits einen ersten Anhaltspunkt darüber geben, ob der Besucher Ihren Text gelesen hat oder sofort wieder gegangen ist. Da jedoch immer mehr Menschen mehrere Seiten in Tabs öffnen, läuft die Verweildauer in mehreren Tabs parallel, auch in den inaktiven.
Abhilfe schafft eines der zahlreichen fertigen Scripts, die über den Google Tag Manager eingebunden werden können und die Scroll-Tiefe in 10- oder 25-Prozent-Schritten erfassen können. Entsprechende Events zeigen Ihnen später bei der Auswertung, wie viele Ihrer Besucher Ihren Text auf der jeweiligen Seite auch bis zum Ende gelesen beziehungsweise zumindest durchgescrollt haben.

3. Erfassen von Datei-Downloads und ausgehenden Links

Google Analytics ist eigentlich nicht zur Erfassung von ausgehenden Links oder zum Tracking von Datei-Downloads ausgelegt. Auch hier helfen die eingebauten Funktionen des Google Tag Managers, um Bedingungen an Link-Klicks zu prüfen.
Das Linkziel ist in der eingebauten Funktion {{Click URL}} enthalten und kann entsprechend geprüft werden. Enthält der Link eine bestimmte Dateiendung, zum Beispiel „.pdf?“, dann löst das ein Event aus, das die aktuelle Seite ({{Page Path}}) und das Linkziel ({{Click URL}}) erfasst. Dadurch können Sie später in Google Analytics auswerten, wie häufig welche Datei von welcher Seite aus heruntergeladen wurde. Bei ausgehenden Links prüfen Sie hingegen nur, ob die Ziel-Domain von der aktuellen Domain abweicht. Ist dies der Fall, dann handelt es sich um einen ausgehenden Link und Sie erfassen wieder die aktuelle Seite und die Zielseite in einem Event.

Fazit

Während die Standardfunktionen von Google Analytics eher einen Blick von oben auf Gruppen von Nutzern erlauben, können Sie durch das Event-Tracking mit dem Google Tag Manager detailliertere Einblicke erhalten. Sie können sogar bis auf Benutzerebene herunterbrechen, welche Events ein bestimmter Nutzer ausgelöst hat. Dies ist spätestens dann hilfreich, wenn Sie bezahlten Traffic aus Suchmaschinen oder sozialen Netzwerken erhalten. Durch die Events können Sie sehr genau feststellen, ob diese eingekauften Besucher die von Ihnen erhofften Aktionen auch wirklich durchführen und einen entsprechenden Return of Investment (ROI) für Sie generieren. Interessant ist das Thema umso mehr, wenn wir Web-Tracking in den übergeordneten Connected-Commerce-Zusammenhang stellen. Der Google Tag Manager ist zu unrecht nur auf etwa 14 Prozent der Websites eingebaut (laut einer Usage-Statistik des Internet-Service BuiltWith), obwohl er eine solide und vor allem einfache Basis bietet, die mit vielen wertvollen Funktionen dazu beiträgt, Ihre Kunden kennenzulernen und sie ins Zentrum zu stellen. Er hilft Ihnen dabei, eine nahtlose und nutzerzentrierte Customer Journey anzubieten.

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