Die wichtigsten SEO News für Oktober 2017

Das Thema Sicherheit bewegt die Menschen nicht nur bei der Bundestagswahl, sondern natürlich auch im Internet. Und genau hier lässt der Suchmaschinenriese Google jetzt seine Marktmacht spielen. Außerdem in den SEO-News: Trends und Neuigkeiten im B2B-Geschäft und auf dem chinesischen Markt, das Ende einer langen Beziehung sowie ein frischer Blick auf die Grundsatzfrage: Brauche ich eigentlich noch Backlinks für den SEO-Erfolg?

1) Google entzieht Symantec das Vertrauen

Google hat angekündigt, dass man den Sicherheitszertifikaten von Symantec das Vertrauen entziehen und diese Schritt für Schritt aus dem Chrome-Browser entfernen wird. Mit einem Marktanteil von rund 40 Prozent ist Symantec der bisher größte Aussteller von Sicherheitszertifikaten, z.B. zur Verifizierung gesicherter SSL-Verbindungen. Google kritisiert Symantec nun für angebliche Qualitätsmängel und wird den Produkten ab März 2018 schrittweise das Vertrauen entziehen. Nutzer des populären Chrome-Browsers werden Webseiten mit den betroffenen Zertifikaten dann nicht mehr direkt aufrufen können. Webmaster sind nun aufgefordert, schnellstmöglich eine Alternative für Symantec-Zertifikate zu implementieren.

2) Großes SEO Potential im B2B

Wachstum im organischen E-Commerce wird mit steigender Konkurrenz immer kostspieliger und aufwendiger. Kein Einzelhändler im B2C-Bereich kann es sich heutzutage noch leisten, ohne eine SEO-Strategie in den Wettbewerb zu gehen. Abseits des Massenmarktes aber birgt der B2B-Bereich noch großes Potential für Agenturen und Werbetreibende, welches sich mit vergleichsweise geringem Aufwand aktivieren lässt. SEO-Urgestein Rand Fishkin hat auf einer Konferenz in Portland sechs Tipps für erfolgreiches B2B-SEO gegeben: So kann man gerade bei Themen mit niedrigem Suchvolumen eine hohe Sichtbarkeit erreichen, wenn man Inhalte gezielt entlang des weniger durch Preis als durch Angebotseigenschaften charakterisierten Kaufentscheidungsprozesses entwickelt. So lassen sich markengetriebene Mehrfachrankings erreichen. Auch die Nutzung reichweitenstarker Portale wie Quora, Slideshare oder Linkedin bietet sich an, um hochspezialisierte Inhalte wirksam zu platzieren. Darüber hinaus lohnt die Ansprache branchenspezifischer Multiplikatoren, von denen es oft nur wenige gibt, die aber über eine vergleichsweise hohe Reichweite in der Zielgruppe verfügen. Am wichtigsten ist aber wie immer bei der Suchmaschinenoptimierung: ein langer Atem.

3) 2017: Das ist neu bei der chinesischen Suchmaschine Baidu

Zu großen Teilen kopiert Baidu, mit rund 77 Prozent Marktführer im chinesischen Suchgeschäft, die Strategien seiner amerikanischen Konkurrenz. So setzen die Chinesen mit ihrer Version der mobiloptimierten Webseiten MIP (Mobile Instant Pages) auf das gleiche Pferd wie Google mit AMP (Accelerated Mobile Pages). Auch die bevorzugte Ausspielung gesicherter HTTPS-Webseiten und die relativ neue Technologie der Progressive Web Apps (PWA) unterstreichen, dass sich Baidu als Technologieführer verstehen will. Neben einem Algorithmus-Update namens „Hurricane“, welches illegal verwendete, geschützte Inhalte abstraft, hat sich Baidu darüber hinaus auch noch einen neuen Crawler spendiert, der Layout und UX der untersuchten Seiten besser erfassen kann. Praktische SEO-Tipps für den chinesischen Markt gibt es auch: Eine Webseite sollte nicht schwerer als 128KB und URLs möglichst unter 76 Zeichen lang sein. Chinesische Schriftzeichen in der URL sollte man daher vermeiden. 404-Seiten kann man, anders als bei Google oder Bing, per XML-Datei direkt deindexieren lassen und neue Domainendungen, wie .TOP oder .WIN kategorisiert Baidu als Spam.

4) Apples Siri liebt jetzt Google (nicht mehr Bing)

Wer zukünftig auf seinem iPhone mit Siri eine Suche durchführt, wird nicht mehr auf Suchergebnisse von Microsoft Bing verwiesen, sobald keine Voice-Antwort des Apple Sprachassistenten zur Verfügung steht. Der Konzern aus dem kalifornischen Cupertino begründete den Wechsel des iPhone-Suchproviders mit der Vereinheitlichung von Suchtechnologien zwischen seinen Plattformen iPhone (Siri), Mac (Spotlight) und der internen Suche auf iOS. Die angezeigten Ergebnisse werden Webseitenlinks und Videos umfassen, so Apple. Microsofts Suchmaschine Bing hatte seit der Markteinführung des iPhone 4s im Jahre 2011 als Standardsuche hinter der Sprachassistentin Siri gedient.

5) Bing: Links noch immer ein wichtiger Rankingfaktor

Am Anfang war der Link. Mit Google begann im Jahre 1997 das Zeitalter des PageRanks, der Gewichtung einer Webseite nach Anzahl und Qualität ihrer Verlinkungsstruktur. Für viele Jahre war ein guter Backlink daher der Goldstandard im SEO-Geschäft. Unglücklicherweise nutze die Optimierungsbranche das Manipulationspotential dieser Technologie leidlich aus, so dass Suchmaschinen ab dem Jahr 2012 damit begannen, die Bewertung von Links als Rankingfaktor herunterzufahren und durch weniger manipulierbare Messgrößen, wie Social Signals, Clickstream Data oder Engagement Data zu ersetzen. Doch die Zeit der Backlinks ist noch lange nicht vorbei. Microsoft bestätigte nun, dass man mit seiner Suchmaschine Bing noch nicht an dem Punkt sei, auf Backlinks als Rankingfaktor verzichten zu können. Ebenso wie bei der Konkurrenz von Google seien ausgehende Verweise mit Nutzwert von Seiten mit hoher Autorität unverzichtbar, so Microsoft.

Dieser Beitrag erschien zuerst bei Internet World Business.

Die wichtigsten SEO News für September 2017

Während halb Deutschland noch in den Ferien schwitzt, präsentieren wir die SEO-News des Monats September – mit Suchergebnissen zum Selbermachen, der Renaissance einer alten SEO-Theorie, einem Update zum E-Commerce auf Amazons Alexa und einem wichtigen Technologie-Update aus Russland.

1) Bing lässt Direct Answers direkt von Nutzern optimieren

Bislang war es um die vor rund zwei Jahren von Microsoft gestartete Qualitäts-Community „Bing Distill“ recht ruhig geblieben. Nun lassen Beobachtungen aus den USA aufhorchen: Nutzer der Suchmaschine können die in den Ergebnissen ausgespielten Antworten auf häufig gestellte Fragen (Direct Answers, z.B. „Wie wechsle ich einen Autorreifen?“) direkt überarbeiten und Optimierungsvorschläge an Microsoft senden. Im Gegensatz zum voll automatisierten Google-System, dessen Ausspielung von Instant Answers ebenfalls stark ansteigt, geht Microsoft einen völlig anderen, auf menschlichem Input basierenden Weg, um Qualität und Relevanz dieses populären Features sicherzustellen. Nach Unternehmensangaben soll theoretisch jedem Nutzer die Mitgliedschaft in der Bing Distill-Gruppe offenstehen.

2) Google mischt den Wahlkampf auf

Die US Suchmaschine hat erstmals rund 4.500 bundesdeutsche Politiker aufgerufen, Inhalte der Infobox rechts neben den Suchergebnissen mit eigenen Inhalten zum Wahlprogramm zu befüllen. Mit maximal 500 Zeichen können die Politiker ihre Programme präsentieren und sich damit direkt an ihre Wähler wenden. Zusätzlich kann jeder Politiker drei Schwerpunkte mit jeweils höchstens 140 Zeichen platzieren. Das Angebot ist nach Angaben des Unternehmens freiwillig und richtet sich in erster Linie an bislang unbekanntere Kandidaten auf Wahlkreisebene.

3) SEO-Qualitätsfaktor bei Google – jetzt also doch?

Search-Guru Rand Fishkin hat kürzlich frischen Wind in die Diskussion um eine alte SEO-Theorie gebracht: Gibt es bei Google einen Qualitätsfaktor zur Bewertung von Webseiten, der für die organische Suche ähnlich funktioniert wie der offizielle ‚Quality Score‘ im bezahlten AdWords-Programm? Hier werden dem Werbetreibenden genaue Angaben zur Qualität seiner Anzeigen, Keywords und Zielseiten mitgeteilt, eine wichtige Optimierungshilfe. Für den organischen Bereich hat Google entsprechende Spekulationen nie jemals kommentiert. Die Beobachtungen der letzten Jahre deuten aber stark darauf hin, dass sich ein hohes Nutzerengagement auf ausgewählten Seiten (Klickraten, Verweildauer, Klicks pro Visit, u.a.) sogar positiv auf die Sichtbarkeit ganzer Domains auswirken kann. Ziel sollte es laut Fishkin also sein, die Performance ganzer Domains mit der gezielten Qualitätsoptimierung einiger Seiten zu verbessern. Hierzu gehört nicht nur der Aufbau neuer Unterseiten, sondern auch der Ausschluss von Inhalten mit niedrigem Nutzerengagement.

4) Bei Amazons Alexa hat der SEO Score einen Namen

Das Thema Voice Search erreicht auch immer mehr den klassischen E-Commerce. Nach Staureport und Wetterprognose rückt zunehmend der Verkauf von Waren und Dienstleistungen mit Hilfe sprachgesteuerter Assistenten in den Fokus. Die Mitte August verkündete Kooperation von Google Home mit Wal-Mart, dem Marktführer im US-Einzelhandel, zeigt deutlich, welche Hoffnungen mit der neuen Technologie verknüpft sind. Dass die Heimassistenten Alexa und Echo direkte Verlängerungen von Amazon sind, macht die Sache zwar eindeutiger, aber nicht unbedingt leichter. Daher ist die Nachricht wichtig, dass Alexa und Echo bei der Annahme einer Sprachbestellung zunächst die Einkaufshistorie des Nutzers nach bereits bestellten Artikeln derselben Art durchsuchen. Findet Alexa keinen identischen Artikel, so schlägt es automatisch ein Produkt aus der „Amazon’s Choice“-Selektion vor. Für Einzelhändler ist es daher zwingend notwendig, sich mit ihren Produkten für das „Amazon’s Choice“ Programm zu qualifizieren. Ähnlich einem Qualitätsfaktor muss das Produkt dafür in Prime verfügbar sein, eine hohe Konversionsrate sowie einen wettbewerbsfähigen Preis und positive Reviews aufweisen.

5) Yandex hebt ab mit künstlicher Intelligenz

Nachdem Google auf seiner Entwicklerkonferenz im Mai das Motto „AI first“ ausgerufen hatte, und damit die künstliche Intelligenz zur Grundlage seiner Suchtechnologie proklamierte, eifert ihm die russische Suchmaschine Yandex nun nach. Die Firma gab bekannt, dass ein auf neuronalen, selbstlernenden Netzen basierendes Update namens „Korolyov“ (benannt nach einem sowjetischen Weltraumforschungszentrum) live genommen wurde. Ähnlich wie Googles RankBrain-Algorithmus kann Yandex mit Hilfe dieser neuen Technologie die Intention seltener und komplexer Suchanfragen besser verstehen und wendet die erkannte Suchintention nun auf ganze Webseiten in hoher Zahl an. Bislang hatte sich Yandex zur Verknüpfung von Suchintention und passender Seitenrelevanz lediglich auf Überschriften von Webinhalten zurückgegriffen. Dies ist ein wichtiger Schritt auch hin zu einer besseren Voice Search-Kompetenz des Unternehmens.

Dieser Beitrag erschien zuerst bei Internet World Business.

Ein Smartphone auf Rädern

Wenn in wenigen Tagen die Autobauer auf der IAA in Frankfurt ihre Lösungen und Konzepte für die Mobilität der Zukunft präsentieren, dann drängen sich viele Fragen auf: Was machen wir im Fahrzeug, wenn das Auto bald selbst fährt? Wenn Armaturenbrett und Seitenscheiben künftig aus Screens bestehen, welche Inhalte nutzen wir während der Fahrt? Welche Daten liefert ein vollvernetztes Fahrzeug und wer nutzt sie wozu? Manfred Klaus glaubt, dass das Auto der Zukunft nicht nur weniger Emissionen ausstoßen (müssen) wird. Aus Sicht des Plan.Net-Chefs werden Autos zur eigenen Kommunikationsplattform – mit neuen Business-Modellen, wie er in seinem Gastbeitrag schreibt.

Es ist Zufall, dass die Wahl zum nächsten deutschen Bundestag auf den letzten Tag der diesjährigen Internationalen Automobil Ausstellung (IAA) in Frankfurt fällt (den 24. September 2017). Aber es passt zusammen, denn Deutschlands Autofahrer sind auf einmal mitten im Wahlkampf gelandet. Die Diskussion um Diesel-Fahrverbote und Elektromobilität, Software-Updates und Hardware-Nachrüstung beherrschen die Medien und die politische Diskussion.

Keine Frage, die Emissionen des Individualverkehrs sind ein zentrales Thema für die Öffentlichkeit – vor allem in den Metropolen. Aber der Elektromobilität fehlen im Augenblick die Infrastruktur und die Reichweite, um den Verbrennungsmotor nahtlos und massenhaft zu ersetzen. Ähnliches gilt für das Thema autonomes Fahren. Was in Studien funktioniert, würde derzeit im Massenbetrieb noch scheitern. Sobald sich die Diskussion an der Diesel-Front versachlicht, wird deshalb ein anderes Thema für die Autohersteller an Gewicht gewinnen: Mit der Digitalisierung und Vernetzung der Fahrzeuge werden die Autos selbst immer mehr zur eigenständigen Kommunikationsplattform – einer Art Smartphone auf Rädern.

Viele Aspekte dieser Entwicklung werden heute unter dem Schlagwort „Connected Car“ zusammengefasst. Dahinter verbergen sich drei grundlegende Funktionsbereiche: Zum einen „allgemeine Funktionen“ wie beispielsweise eine reibungslose Internet-Anbindung, ein WLAN-Hotspot im Fahrzeug oder die persönliche Registrierung des Fahrers. Unter „fahrzeugbezogenen Funktionen“ versteht man u.a. Daten zum Zustand des Fahrzeugs, zu seiner Position oder Zusatzfunktionen auf Abruf (hellere Scheinwerfer, Allradantrieb o.ä.). Echtzeitinformationen zum Verkehr sowie ortsbezogene Services und Content-Angebote fallen unter die „Info- und Entertainmentfunktion“. Digitale Technologien kommen also im Auto schon heute bei einer ganzen Reihe von Funktionen zum Einsatz – auch ohne autonomes Fahren.

Nur haben es die meisten Deutschen bisher lediglich am Rande mitbekommen. Digitale Features werden von den Herstellern bisher eher zurückhaltend beworben. Ganze zehn Prozent der Bundesbürger, so eine Studie im Auftrag der Motorpresse Stuttgart, können mit dem Begriff „Connected Car“ oder „Connectivity“ etwas anfangen. Und selbst in der Generation Y, der zentralen Zielgruppe für Connected Car-Angebote, kennt laut Deloitte nur jeder zweite den Begriff. Außerdem wird er von den Autofahrern auch völlig unterschiedlich interpretiert: von der automatischen Einparkhilfe, über die Notruffunktion bis zum WLAN-Hotspot oder der Musik-Playlist vom eigenen Smartphone.

Dabei zeigen erste Studien der Hersteller, die sie auch auf der Consumer Electronic Show (CES) in Las Vegas zeigten, was in Kürze machbar wäre: smarte Windschutzscheiben, die mehr bieten als ein reines Head-Up-Display. Armaturenbretter, die nur noch aus einem Touchscreen bestehen und auf denen zentrale Funktionen wie in Apps aufbereitet sind. Seitenscheiben, mit denen man via Touchscreen im Internet surfen oder Apps aufrufen kann. Apps für defensives Fahren gibt es ja bereits mehrere. Das jüngste Angebot allerdings maßregelt Jugendliche auf eine ungewöhnliche Art: Überschreiten die Fahranfänger die festgelegte Höchstgeschwindigkeit, spielt die App die Lieblingsmusik der Eltern ab. Für die meisten dürfte das Strafe genug sein.

Dieser Beitrag erschien zuerst bei Horizont.

Schon wieder die dmexco… Was uns wohl dieses Jahr erwartet

In einem aktuellen Blogbeitrag von mediascale bereiten sich Manu, Tobi und Matthias auf ihren diesjährigen dmexco-Besuch vor. Was wird uns wohl dieses Jahr erwarten?

Lesen Sie hier ihre Unterhaltung.

Wie Marketing Automation und Kreation zusammenpassen

Geht es um Programmatic Advertising oder um Marketing Automation generell, bestimmen meist Media- oder Technologie-Experten die Diskussion. Die Kreation bleibt oft außen vor. Doch in einer Werbewelt, in der Computer immer mehr regelbasierte Prozesse übernehmen, ist Kreation ein wichtiges Differenzierungskriterium für Marken und Unternehmen und sollte nicht getrennt von der technischen Umsetzung betrachtet werden.

In den zentralen Diskussionen rund um Programmatic Advertising und Marketing Automation wird der Markt ausschließlich von Technologie- und Media-Experten vorangetrieben. Bisher ist es in der Kreation einfach nicht nötig gewesen, sich zu den technologischen Lösungen zu äußern.

Doch sich den modernen Möglichkeiten der Werbung gänzlich zu entziehen, ist keine Lösung, die Zukunft hat. Kreative sollten die Möglichkeiten kennen und nutzen, die neue Technologien wie Programmatic Advertising mit sich bringen. Auch wenn es nicht ihre zentrale Aufgabe ist, die Standardisierung von Werbemitteln oder die Messmethodik von Onlinevideos bei Facebook voranzutreiben oder Schnittstellenprobleme zwischen DSPs und SSPs zu diskutieren. Aber sie müssen am Anfang des Prozesses eine Idee entwickeln, die den Markt überrascht und die er so nicht erwartet. Erst wenn diese Dachidee für eine Marke oder ein Produkt geboren ist, lässt sich Automatisierung im Marketing sinnvoll einsetzen.

Die größten Hürden für Programmatic Creation lauern im Arbeitsalltag: Denn die Briefings der Werbetreibenden für Media und Kreation sind leider im seltensten Fall aufeinander abgestimmt. Und häufig werden für beide Bereiche gänzlich unterschiedliche Ziele formuliert – je nachdem, ob etwas für die Marke oder für den Abverkauf getan werden soll. Außerdem sind Media und Kreation meist – sowohl auf Kunden- als auch auf Agenturseite – getrennte Abteilungen beziehungsweise Verantwortliche, die nicht immer miteinander kommunizieren. Wie der kreative Prozess in einer Agentur und in der Zusammenarbeit mit dem Werbetreibenden konkret läuft, hängt stark damit zusammen, wie die Kampagnenplanung organisiert ist. Meist sind die Bereiche Strategie, Media und Kreation involviert. Wenn einer alleine anfängt oder in der Planung dominiert – was im Alltag bisher eher die Regel ist –, bleibt mindestens eine Abteilung unzufrieden.

Wer im Programmatic-Zeitalter erfolgreich werben will, sollte alle Beteiligten frühzeitig an einen Tisch setzen und sie gemeinsam ihre Perspektiven einbringen lassen. Kreative müssen verstehen, wie Algorithmen funktionieren und Media-Menschen ticken. Media muss begreifen, dass Kreative emotional an „ihrem“ Motiv hängen und es kein Stückgut ist. Erst in der Symbiose, im Verstehen, dass der andere auch etwas sehr Wichtiges beiträgt, entstehen am Ende der Mehrwert und eine sinnvolle Strategie. Grundlage für diese Vorgehensweise sollte in Zukunft auch sein, dass Kreation und Media ein gemeinsames Budget haben. Spricht die Kreation beispielsweise Nutzer mit zielgruppenspezifischer Werbung und variierenden Motiven spitzer an (und benötigt dafür mehr Zeit und Geld), kann dies bei der Werbewirkung umgekehrt Geld sparen und ein geringeres Mediabudget wird benötigt.

Als ersten Schritt auf dem Weg zu einer gemeinsamen Lösung sollten Werbetreibende exakt definieren, was sie von ihrer Kommunikation oder Kampagne erwarten. Im Idealfall setzen sich dazu schon Marketing, Media, Vertrieb und andere Beteiligte zusammen und formulieren klare Ziele für Kreation, Strategie und Media. Denn erst, wenn eine gute Strategie gefunden und eine überzeugende Kreation entwickelt wurde, kann Programmatic Advertising und Automation seine Stärken ausspielen.

Dieser Beitrag ist auf Englisch im Arabian Marketer erschienen.

Expertenumfrage 2017 – Was bringt uns das Jahr 2022?

Anlässlich des 15-jährigen Firmenjubiläums richtet Mediascale in einem aktuellen Blogbeitrag den Blick in die Zukunft.

Wie bereits 2012 wurden einige Marketing-Experten zu ihren Erwartungen in Bezug auf digitale Trends für das Jahr 2022 befragt. Dabei werden Fragen wie „Wird künstliche Intelligenz 2022 selbstverständlich für uns sein?“ oder „Welchen Trend aus 2017 werden wir in fünf Jahren belächeln?“ beantwortet.

Die Ergebnisse stellt Mediascale ab sofort jeden Dienstag auf Facebook und Twitter vor.

Apples ARKit und erweiterte Realitäten

Die ersten Marketingmaßnahmen mit Augmented Reality (AR)tauchten in Deutschland um das Jahr 2011 herum auf. Plan.Net integrierte dazumal beispielsweise AR-Funktionen in eine Kampagne für den Spartensender Syfy. Plakate wurden mit Hilfe der damals verfügbaren Technologie des Münchner Unternehmens Metaio eindrucksvoll zum Leben erweckt.

Seither wurden immer mal wieder vereinzelte Projekte im Bereich Augmented Reality umgesetzt, der große Durchbruch blieb jedoch aus. Mit Pokemon Go war AR im vergangenen Jahr plötzlich wieder Gesprächsthema. Augmented Reality wurde euphorisch von Marketing-Experten gefeiert. Das sei der Durchbruch gewesen. Mitnichten war dies der Fall. Pokemon Go war ein riesiger Hype, aber AR nur ein ad on. Vielmehr trat Virtual Reality auf den Plan, zog die Aufmerksamkeit mit Hardware von HTC, Oculus und Sony auf sich, verbunden mit vielen interessanten Anwendungsszenarien. VR blieb bislang jedoch eine tolle Option eher für lokale Inszenierungen oder technisch begeisterte Zielgruppen.

Was Apple jetzt mit der Veröffentlichung des ARKit auslöst, wird eine andere Dimension erreichen. Unter der Haube des Systems verbirgt sich u. a. die seit 2011 weiterentwickelte Software von Metaio aus München. Jetzt aber für alle Apple-Developer sehr einfach zugänglich gemacht und noch einfacher in iOS-Apps implementierbar.

Mit großer Freude und Spannung haben wir uns im jüngst gegründeten Plan.Net Innovation Studio auf die neuen Möglichkeiten gestürzt – und wurden auch von der aktuell noch verfügbaren Beta-Version des ARKits nicht enttäuscht. Gewohnt gute Software-Dokumentationen ermöglichen einen schnellen Einstieg in die verfügbaren Möglichkeiten, die Einstiegshürden in die AR-Welt werden damit maximal reduziert.

Auch wenn die im Juni von Apple veröffentlichte Beta-Version in ihrem Funktionsumfang technisch noch etwas begrenzt erscheint, haben wir bereits in kürzester Zeit viele spannende Einsatzmöglichkeiten prototypisch erforscht und erste Kundenprojekte damit angereichert. Die Einsatzbeispiele reichen von AR-gestützter Navigation über das Platzieren von virtuellen Möbelstücken bis hin zu ersten Mixed-Reality-Beispielen. In jedem Fall ist zu erwarten, dass bei Veröffentlichung von iOS 11 eine Flut von ARKit-unterstützten Apps in den App-Store publiziert wird.

Quelle: Apple

Es wird noch etwas dauern, bis die Möglichkeiten der Plattform voll ausgereizt werden können, insbesondere in Hinblick auf ortsbasierte Datenlayer (Location Based Services) gibt es noch eine Funktionslücke. Aber Apple wird aller Wahrscheinlichkeit nach bald Funktionen ergänzen und auch bei neuen iPhones seitens Hardware noch die ein oder andere Komponente nachrüsten.

Die Möglichkeiten bei den vorhandenen Geräten sind jedenfalls bereits sehr vielversprechend. Und bei ca. 380 Mio. unterstützen Geräten, die zur Zeit im Umlauf sind, ist die Zielgruppe nicht gerade klein.

Und auch der nächste zu erwartende Meilenstein wird uns in Atem halten: Wenn Augmented Reality Anwendungen den Smartphone-Rahmen immer weiter sprengen und in alltagstauglichen Brillen und Linsen Einzug halten. Dann wird die Lücke zwischen Hardware-Hürde und bereits verfügbaren Daten geschlossen und jeder kann an jedem Ort sofort Umfeldinformationen einblenden. Zu Gebäuden, Kunstwerken, Personen, Produkten.

Eine Welt der grenzenlosen Vernetzung, die wir auch immer wieder konstruktiv, wie auch kritisch mitgestalten wollen. Wir freuen uns darauf!

Die wichtigsten SEO News für August 2017

Suchmaschinen machen keine Ferien. Daher präsentieren wir pünktlich zum Sommerloch die wichtigsten SEO-News des Monats Juli – mit neuer Konkurrenz für Amazons Alexa, positiven Neuigkeiten für Bing und natürlich spannenden Google-Updates.

1. Mobile Google Suche ermöglicht direkten Kontakt mit potentiellen Kunden

Nach ersten Tests im November vergangenen Jahres startet Google in den USA nun offiziell die Funktion, dass Nutzer Unternehmen direkt aus den Suchergebnissen auf mobilen Endgeräten kontaktieren können. Nach einer lokalen Suche (z.B. nach einem Restaurant, Frisör etc.) können sie zukünftig per Messaging App direkt das Geschäft ihrer Wahl anschreiben. Für Anbieter ist die neue Funktion über den Google MyBusiness-Account schnell aktiviert. Die Kommunikation läuft entweder über die Google-Messaging-App “Allo” auf Android-Geräten oder direkt in der nativen Messaging-App auf iOS.

2. Videos auf Google und YouTube: Neue Studie erklärt Unterschiede im Ranking

Fokussiere ich mich bei der Optimierung meiner Bewegtbildinhalte auf Google oder YouTube? Eine Hilfestellung bei dieser Entscheidung bietet eine neue Studie aus den USA. Durch eine umfassende Rankinganalyse konnte diese zeigen, dass sich die Algorithmen beider Suchmaschinen aufgrund unterschiedlicher Nutzerintentionen und Monetarisierungsmodelle deutlich unterscheiden. Im Ergebnis ist der Inhalt des Videos entscheidend: Während in der klassischen Google-Suche vor allem informative Inhalte wie Anleitungen, Seminare oder Reviews hohe Sichtbarkeiten erreichen, kann man bei YouTube mit Unterhaltungsinhalten und Serienformaten hohe Rankings erzielen. Interessante Lektüre für jeden SEO.

3. Bing baut Marktanteile bei Desktop-Suchen aus

Für erfolgreiche Suchmaschinenoptimierung ist es wichtig, sich nicht alleine auf den Marktführer Google zu verlassen. Um die eigene Zielgruppe zu erreichen, muss man das vielfältige Spektrum von allgemeinen und spezialisierten Suchsystemen genau beobachten. Dazu zählt natürlich auch Microsofts Suchmaschine Bing, welche nach eigener Aussage eine deutlich ältere und zahlungskräftigere Zielgruppe bedient als Konkurrent Google. Nach neuesten Zahlen der Marktforscher von Comscore konnte Bing, getrieben von einer stärkeren Integration der Suchmaschine im aktuellen Betriebssystem Windows 10 und seiner Sprachsuche „Cortana“, im ersten Halbjahr 2017 seinen europäischen Marktanteil bei Desktopsuchen auf neun Prozent ausbauen, in Deutschland auf zwölf Prozent, in den USA sogar auf 33 Prozent. Je nach Publikum und Zielmarkt lohnt es sich also, das Unternehmen aus Redmond im Blick zu behalten.

4. Bing erweitert Ergebnisanzeige für Markensuchen

Und gleich noch einmal Bing: In der Vergangenheit hat sich gezeigt, dass auch Google sich nicht scheut, neue Features von Microsofts Suchmaschine zu kopieren. Beispielsweise bei der Bildersuche konnte sich Bing mit neuen Darstellungsformen auf Suchergebnisseiten profilieren. Seit kurzem zeigt Bing in den USA bei der Suche nach Markenbegriffen zusätzlich zu den bekannten Sitelinks auch direkte Einstiegspunkte für „Beliebte Inhalte“ in Form von Screenshots und Bildern an. Ob dieses Feature für den Nutzer einen Mehrwert bietet, ist zwar fraglich, der Aufmerksamkeitssteigerung und damit einer potentiell höheren Klickrate dient es ganz bestimmt.

5. Konkurrenz für Google und Amazon: Samsung und Facebook planen eigenen smarten Lautsprecher

Bisher wird der Markt der smarten Lautsprecher vor allem von Amazon und Google kontrolliert, wobei der Handelsriese derzeit mit Echo inklusive Alexa eine dominierende Rolle einnimmt. Jetzt sollen auch Samsung und Facebook den Einstieg in diesen Markt vorbereiten. Samsung setzt dabei auf den in der Entwicklung befindlichen Sprachassistenten Bixby und positioniert sich einmal mehr als Konkurrenz zu Google. Facebook will angeblich im ersten Quartal 2018 ein entsprechendes Angebot auf den Markt bringen. Diese Entwicklungen unterstreichen den Trend, dass SEO angesichts der rasanten (Weiter-)Entwicklungen von Sprachsuche und der vielfältigeren Endgerätelandschaft in Zukunft deutlich an Komplexität zunehmen wird.

Dieser Artikel wurde auf internetworld.de veröffentlicht.

Lass uns reden! – Programmatic Creation

Haben Kreative keine Lust auf die neuen faszinierenden Möglichkeiten von Programmatic Advertising? Verstehen Mediaplaner überhaupt, wie Kreation on- und offline entsteht? Oder sind Kreation und Media zwei derart unterschiedliche Pole, dass man sie generell nur schwer zusammenbringt? Unter dem Motto „Lass uns reden“ haben sich mediascale-Geschäftsführer Wolfgang Bscheid und Markus Maczey, Chief Creative Officer der Plan.Net Gruppe, an einen Tisch gesetzt und offen über Vor- und Nachteile, Chancen und Schwierigkeiten gesprochen. Sie unterhalten sich über Marketingautomation, Kreation und die künftige Zusammenarbeit zwischen Werbetreibenden und Agenturen.

Sechs Maßnahmen gegen Adfraud

Der Veränderungsprozess im digitalen Werbemarkt konfrontiert die Branche permanent mit neuen Werbeformen, neuen Technologien und daraus resultierend auch wechselnden Herausforderungen. Zu letzteren zählen auch betrügerische Maßnahmen, sprich Adfraud. Der systematische Kampf gegen Adfraud erfordert erweiterte Ansätze und mehr Kooperation von allen Marktteilnehmern. Mit den folgenden sechs Maßnahmen kann AdFraud wirksam bekämpft werden.

 1. Verantwortung wahrnehmen

Vermarkter nehmen ihre Verantwortung für die Leistungserbringung verstärkt wahr. Dazu zählen Sicherstellung der auftragsgemäßen Abwicklung und des transparenten Leistungsnachweises von Schaltungen. Parallel dazu nehmen Agenturen stellvertretend für ihre Kunden die Kontrollfunktion auf der Nachfrageseite ein und fordern die für die Sicherstellung und Überprüfung der Kampagnenqualität notwendigen Evaluationen und Informationen beim Vermarkter ein.

2. Steuerung

Werbeauslieferung darf ausschließlich auf den gebuchten Inventaren erfolgen – das muss ausnahmslos gewährleistet werden. Zur Unterstützung stehen u.a. Steuerung anhand von White- und Black-Lists zur Verfügung; für Kontrollen Domain-Reporting, welches Vermarkter und Agenturen über Adserver und Ad-Verification-Systeme umsetzen. Auch hier gilt: Abweichungen sind konsequent zu identifizieren und im Austausch der Marktpartner zu eliminieren.

3. Monitoring und Dokumentation

Vermarkter und Agenturen erfassen, sowohl die Qualität von Targeting-Daten als auch der damit ausgelieferten Kampagnen in nachvollziehbarer Form. Der Vermarkter setzt geeignete Monitoring-Instrumente ein, zum Beispiel über Panels, Adserver-interne Systeme oder das Campaign-Monitoring der Targeting-Dienstleister. Hier gilt es, volle Transparenz in Richtung der Auftraggeber zu gewährleisten. Auch Agenturen setzen zur doppelten Qualitätssicherung vergleichbare Systeme auf ihrer Seite ein.

4. Umfassende Absicherung

Agenturen und Marken sichern sich gegen maschinellen Fraud, betrügerische Werbemitteleinbindung sowie Click- und Conversion-Betrug ab. Dazu nutzen Vermarkter und Agentur oder Advertiser gemeinsam Pre- und Post-Bid-Kontrollen. DSP-interne Systeme und externe Fraud-Detection-Systeme unterstützen die Pre-Bid-Kontrolle. Bei der Post-Bid-Kontrolle kommen Reportings und Logfile-Analysen zum Einsatz.

5. Sanktionierung

Identifizierte Vergehen sind konsequent juristisch zu verfolgen. Diese Ahndung sollte idealerweise auch grenzüberschreitend erfolgen. Handelt es sich um Dienstleister, die etwa einen Code of Conduct des BVDW unterzeichnet haben, sind ergänzenden Maßnahmen einzusetzen: Ein fest definierter Beschwerdebeirat hat verschiedene Sanktionierungsoptionen, die bis zur öffentlichen Abmahnung und zum Ausschluss aus dem Unterzeichnerkreis reichen.

6. Standardisierung

Wo es Standards gibt, fallen Abweichungen erst recht auf: Um eine Ahndung zu ermöglichen und für alle Marktteilnehmer Klarheit zu schaffen, einigt sich die Branche auf Standards zu oben genannten Punkten. Hierfür werden Arbeitsgruppen genutzt, in denen alle relevanten Marktpartner vertreten sind.

Im Prinzip ist es simpel: Transparenz und Verbindlichkeit sind die Feinde von Betrug. Die durch den FOMA geforderten Maßnahmen tragen zur Sicherung der digitalen Werbeumfelder bei und verbessern das Nutzererlebnis von Online-Werbung.

Dieser Beitrag erschien zuerst bei wuv.de.