Googles Echtzeitsuche – eine Einschätzung

Gestern Abend, auf der alljährlich stattfindenden Pressekonferenz von Google, stellte der Suchgigant seine neuen Features der Suche vor. Neben einer Ajax-Erweiterung der Suchergebnisse und mehreren Tests zur Darstellung von 20 bis 30 Ergebnissen auf einer Suchergebnisseite stellt wohl die neue Google-Instant-Suche die größte Neuerung dar.

Mit dieser Google „Echtzeitsuche“ wird bereits während der Eingabe in die Suchbox eine Ergebnisseite zu einer automatischen Autovervollständigung angezeigt. Die Anpassung betrifft sowohl das organische als auch das bezahlte Suchergebnis. Wie bereits bei der Einführung der Google Search Suggestion hat auch dieses neue Feature einen erheblichen Einfluss auf das Suchverhalten der Nutzer und damit auf die Planung und Umsetzung von Suchmaschinenkampagnen sowohl bei Suchmaschinenanzeigen als auch auf SEO.

Welche Veränderungen sind zu erwarten?

Aufgrund der Anpassung der Suchergebnisse und die Autovervollständigung der Sucheingabe ist zu erwarten, dass sich die Anzahl der Impressions verändert. Ob diese ansteigt oder fällt kann dabei nicht genau vorhergesagt werden und liegt überwiegend daran, ob das gebuchte oder seoptimierte Keyword bereits in der Autovervollständigung vertreten ist, bzw. direkt in die Suchmaske eingefügt wird. Dies hat zu Folge, dass eine Impression neu definiert ist. Eine Impression wird gezählt, wenn:

  • die Entertaste gedrückt wird,
  • der Suchbutton geklickt wird,
  • ein Suchvorschlag aus der Suggest-box gewählt wird,
  • ein Link der Ergebnisseite angeklickt wird,
  • der Suchende mindestens eine Pause von drei Sekunden beim Betrachten der Seite gemacht.

Die Veränderung der Zählung und Anzahl der Impressions bringt unmittelbar auch eine Veränderung des Qualitätsfaktors einer Anzeige mit sich. Kampagnenmanager müssen also auch hier in Zukunft mehr berücksichtigen.

Google selbst erklärt, dass sich durch Google Instant mit seinem Vorschlägen und der Autovervollständigung auch die Qualität der Klicks erhöht. Ob dies jedoch wirklich der Fall ist, muss sich noch zeigen, da ja bereits vor Veröffentlichung des Features eine Vorschlagliste mit Google Suggest angezeigt wurde und damit direkt Einfluss auf das Suchverhalten nahm.

Das Hauptargument für dieses neue Feature bei Google ist die User Experience. Für den Suchenden soll die Neuerung eine erhebliche Zeitersparnis (zwei bis fünf Sekunden pro Suche) bei der Nutzung der Suchmaschine und dem Auffinden der für ihn relevanten Information bringen. Ferner kann er durch die Suchvorschläge „lernen“, wie man richtig sucht. Wie bei der Einführung der Ladegeschwindigkeit einer Seite als Rankingalgorithmus und als Bestandteil des Qualitätsfaktors, kann auch dieses neue Feature unter zwei Gesichtspunkten gesehen werden. Google erhält hierdurch die Möglichkeit in der gleichen Zeit, mehr Anzeigen auszuliefern und gegebenenfalls mehr Klicks zu generieren.

Noch ist Google Instant nur in ausgewählten Ländern  und für Browser der neuesten Generation verfügbar (in Deutschland derzeit nur für eingeloggte Benutzer eines Google-Kontos). Zirka 30% der Internetnutzer verwenden Browser, welche nicht Google Instant unterstützen. Wer das Feature nicht möchte, kann es jederzeit deaktivieren.

1 Antwort
  1. Hristo
    Hristo says:

    Auf jeden Fall werden die horizontalen Anzeigen profitieren, weil die aufklappenden Suchvorschläge 1-2 Ergebnisse nach unten aus dem Sichfeld schieben. Im gestrigen Keynote sprechen sie aber nur über „User Experience“ … bla bla

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